Das 17. Bundesland: Jasper und Banff

In Kitwanga am Ende des Cassier – Stewart Highways haben wir auf einem netten Campingplatz übernachtet. Wie immer haben wir uns nach der Bärengefahr erkundigt. Der zu Scherzen aufgelegte Campinghost belustigte sich über unsere Frage und meinte, dass es hier keine „Garbage Bears“ gäbe. Die sogenannten „Müllbären“ haben sich auf die Ernährung durch menschlichen Müll umgestellt und treiben sich daher nachts gerne auf Campingplätzen rum. Durch diese Aussage beruhigt, verbrachten wir den Abend auf der Wiese neben den Zelten. Als es bereits dunkel war, hörten wir aus Richtung der Müllcontainer ( in denen wir unsere widerlichen „Premium“ Lachsnudeln entsorgt hatten ), ein lautes Brummen. Nach länglicher Diskussion, ob es sich dabei, um Bären oder Brülleichhörnchen handelt, liessen wir die Frage offen, steckten uns Ohropax in die Ohren und gingen in die Zelte. Am nächsten Tag bestätigte der Campinghost unsere Vermutung, dass es sich dabei nicht um Brülleichhörnchen gehandelt hat.

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Totempfähle von Kitwancool. Dort findet man eine ganze Sammlung von Totempfählen inmitten eines Indianerreservats.

Dann ging’s weiter Richtung Jasper Nationalpark. Kurz vor Parkeingang liefen uns doch tatsächlich zwei ausgewachsene Grizzly Bären vor die Motorräder. Nachdem die Bären die Straße verlassen hatten, fuhren wir vorsichtig weiter. Für ein Foto waren uns dieses Mal die Bären doch etwas zu groß und zu nah.

Im Park checkten wir frühzeitig im Whistlers Campingplatz ein, um von dort aus noch einen Abstecher zum malerischen Maligne Lake zu machen. Auf dem Rückweg kehrten wir im De’d Dog auf einen „Pub Burger“ für $ 6 inklusive Pommes ein ( unglaublich günstig für das ansonsten teure Kanada, insbesondere in dieser Touristengegend ). Während wir genüsslich unsere Burger verdrückten, startete neben uns eine kleine Feier. Es wurde das Bild eines älteren Kanadiers an der Wand aufgehängt und auf den Flatscreens wurden Fotos von ihm gezeigt. Auf Micha’s Frage, wie man denn zu der Ehre kommt, auf der Wand verewigt zu werden, kam die trockene Antwort vom Kellner: „You have to die!“ ( „Du musst sterben!“ ). Der Kanadier kam leider durch einen Motorradunfall vor ein paar Tagen ums Leben. 😦 Noch etwas bedrückt machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Mittlerweile war es dunkel geworden und Zeit für eine Dusche. Etwas beängstigend waren die Elche, die direkt neben dem Weg zur Dusche im Gras lagen.

Unsere Fahrt ging weiter auf dem Icefield Parkway Richtung Süden in den Banff Nationalpark. Auf dem Weg dorthin kamen wir unter anderem an den Athabasca Wasserfällen und dem riesigen Columbia Eisfeld vorbei. Das Eisfeld ist eines der größten auf den amerikanischen Kontinenten und kann sogar mit Bussen befahren werden, was jedoch nicht in unser Budget passte. Das Highlight des Tages war eine kleine Wanderung zum Peyto Lake. Der fast unecht wirkende türkisfarbene See ist inmitten einer Berglandschaft gelegen. Das Foto rechts lässt die Schönheit des Sees nur erahnen. Je weiter man Richtung Süden fährt, um so touristischer wird es. Wir hatten das Gefühl, mehr Deutsche als Kanadier zu treffen. Viele von ihnen sind in den Sechzigern nach Kanada ausgewandert, andere verbringen nur ihren Jahresurlaub hier. Es kam uns vor, als wenn wir durch ein neues deutsches Bundesland fahren.

Auf Dauer nervt dieser extreme Tourismus schon etwas. Daher fuhren wir relativ zügig über Banff nach Calgary. Hier haben wir einen schönen Campingplatz gefunden ( sogar mit Swimmingpool ). Nach der ganzen Reiserei brauchen wir jetzt ein paar sesshafte Tage und bleiben erstmal hier.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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2 Antworten

  1. Ich glaube, solche Brülleichhörnchen gibt es in Deutschland auch 🙂

    Juli 10, 2012 um 6:18 am

  2. und da isser wieder der berühmte carmen-hüpfer 🙂 … have fun! wahnsinns foto, danke 🙂

    Juli 14, 2012 um 9:15 pm

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