Unterwegs im Land der Aufständischen

Eigentlich wurde uns aufgrund der politischen Lage abgeraten, durch die Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas zu fahren. Daher haben wir uns am Montag direkt auf den Weg dorthin begeben. 🙂 Unser mehrstündige Irrweg nach Oaxaca de Juarez führte uns zunächst an dem noch aktiven Vulkan Popocatepetl vorbei, der von den Einheimischen liebevoll „El Popo“ genannt wird. Weiter ging es auf der Libre Strasse 131, die sich ganz unerwartet als kurvige Bergstrasse erwies. Erstaunlicherweise war die Strasse in einem sehr guten Zustand und wenig befahren, so dass es riesigen Spass gemacht hat, ihrem kurvigen Auf und Ab zu folgen. Ziemlich erschöpft kamen wir abends in Oaxaca de Juarez an. Nachdem wir die Motorräder durch die viel zu enge Eingangstür des Hostels manövriert hatten, fielen wir ohne Abendessen in die Betten. Die Erschöpfung hielt auch am nächsten Tag noch an, so dass wir zu nicht viel ausser einer kurzen Stadtbesichtigung gekommen sind.

Zum Glück wussten wir nicht, was uns Tags darauf erwarten würde, denn am folgenden Tag stand eine der bisher anstrengendsten Etappen an. Der Plan war an einem Tag die 620 km bis nach San Cristobal de las Casas zu fahren. Da uns gesagt wurde, dass schon der Bus 12 Stunden für die Tour benötigt, standen wir morgens um 6:30Uhr auf und brachen schlussendlich gegen kurz vor 8 auf. Da wir ein Hostel für die Nacht in San Cristobal vorgebucht hatten, waren wir sehr motiviert dort auch vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen. Wir wählten die Libre 190 für die Tour, die sich zu unserer Freude wieder als äusserst kurvige Strasse mit vielen Pässen erwies. An sich war die Libre 190 in einem sehr guten Zustand. Allerdings musste man sich schon sehr vorsehen, da unerwartet riesige Schlaglöcher und Dreck auf der Fahrbahn auftraten oder Kamikaze-Tuk Tuks mit voller Geschwindigkeit die Fahrbahn kreuzten. Der Abschnitt zwischen Chiapas de Corzo und San Cristobal gefiel uns am besten. Die Gebirgslandschaft mit Blick auf die Tropenwälder im Tal war atemberaubend und die Fahrt führte durch zahlreiche kleine, ursprüngliche, mexikanische Bergdörfer. Trotz der schönen Strecke waren wir nach 10,5 Stunden Fahrt ohne Pause doch froh endlich am Hostel angekommen zu sein, wo wir von dem Hostelbesitzer und seinem Hund gleich fröhlich empfangen wurden.

Nach dieser Strapaze mussten wir uns erstmal stärken und gingen daher in das Restaurant Tierra Adentro. Die Besitzer des Restaurants unterstützen die Bewegung der Zapatisten („Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung“), was man auch an der Dekoration und den Wandbildern erkennen konnte. Carmen gefiel besonders das vielfältige Angebot an vegetarischem Essen, da sie seit der Magenprobleme in Baja California zum Vegetarier mutiert ist.

Zum Abschluss des Abends kehrten wir in der Cafe Bar Revolucion ein, wo jeden Abend Live-Bands spielen. An diesem Abend war Blues angesagt, der sich allerdings als relativ rockiger Blues entpuppte. Der erste Eindruck von San Cristobal war so gut, dass wir beschlossen haben bis zum 15. September, dem Unabhängigkeitstag, hier zu bleiben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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