Stürze im Paradies

Am nächsten Tag erwartete uns wieder eine lange, anstrengende Tour, die uns über Guatemala City nach Coban führte. Anders als gedacht, waren die Straßen Guatemalas in einem recht guten Zustand. Nur gelegentlich waren Straßenabschnitte aufgrund der Umwelteinflüsse weggerissen, was jedoch immer gleich durch Bautrupps behoben wurde. Die Baustellenabschnitte waren jedoch teilweise recht abenteuerlich zu fahren. Interessanterweise scheint es in Guatemala keine Schilder für Geschwindigkeitsbegrenzungen zu geben. Stattdessen wird das gerade geltende Tempolimit durch die Anzahl der Speedbumps pro Streckenabschnitt erzwungen. Also zum Beispiel befinden sich in der gefühlten Tempo 30 Zone alle 20 Meter ein Speedbump, während in der angenommenen Tempo 50 Zone vielleicht alle 100 Meter ein Speedbump angelegt ist.

Ein weiteres Phänomen waren die mit Öl verschmutzten Straßen in Guatemala City. Während unserer Irrfahrt bei strömenden Regen durch die Hauptstadt ist es dann passiert: Micha rutschte mit dem Bike auf dem glitschigen Öl-Wassergemisch in einer Kurve aus und stürzte. Während sich das Motorrad über ihm auf der Fahrbahn drehte, wunderte sich Micha schon, warum er denn nicht langsamer wurde. Stattdessen rutschte er samt Bike die Straße entlang. Glücklicherweise ist weder Micha noch dem Bike etwas passiert. Mit dem Schrecken in den Knochen fuhren wir den Rest der Strecke durch Guatemala City extrem vorsichtig, da wir immer wieder Regenbogen-farbiges Öl-Wassergemisch auf der Fahrbahn erkennen konnten.

Abends kamen wir dann sicher in Coban an. Coban ist nicht gerade ein Highlight Guatemalas aber ein guter Startpunkt für verschiedene Ausflüge. So buchten wir für den nächsten Tag eine Tour nach Semuc Champey. Semuc Champey ist ein Muss für jeden Guatemala Reisenden. Es handelt sich hierbei um eine natürlich entstandene Ansammlung von türkisgrünen Wasserbecken, die durch den Rio Cahabon gespeist werden. Die Becken sind nicht nur schön anzusehen, sondern es macht auch Riesenspaß von Pool zu Pool zu springen und in kleine Grotten am Rande der Pools zu tauchen.

Die Tour ging weiter zu den Grutas de Lanquin. Leider hatten wir unsere Taschenlampen vergessen, so dass wir bei Kerzenlicht die komplett dunklen Höhlen erkunden mussten. Das Ganze kam uns nicht ganz ungefährlich vor, da der Boden der Höhlen extrem rutschig war. Wir beendeten den perfekten Tag im Restaurant ‚El Bistro‘ mit leckerer Pizza und vegetarischer Calzone für Carmen.

Heute machen wir einen Tag Pause hier in Coban, um uns für die lange Weiterfahrt nach Flores auszuruhen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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