Ein Weg mit Hindernissen

Da wir noch nicht genau wussten, wo wir übernachten würden, fuhren wir sehr früh los, um uns alle Optionen offen zu halten. Sicher war nur, dass wir Richtung Flores wollten, um die Maya Pyramiden bei Tikal zu besichtigen. Mit der Navigation hatten wir wieder ein paar Problemchen, dieses Mal allerdings, weil weder das Navi noch die ADAC Karte eine direkte Straßenverbindung nach Tikal kannten. Sowohl GoogleMaps als auch die örtlichen Taxifahrer waren jedoch fest der Meinung, dass es eine asphaltierte Straße direkt nach Tikal geben sollte. Also vertrauten wir dem Erfahrungsschatz der örtlichen Taxifahrer und nahmen die 9 nach Tikal.

Nach circa einer Stunde problemloser Fahrt versicherten wir uns nochmal bei einem älteren Guatemalteken, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Die gute Nachricht war, dass dem so war. Die schlechte Nachricht drückte er in dem kurzen Satz ‚Hoy no pasa‘ aus, was soviel heisst wie ‚Heute keine Durchfahrt‘. In unserem gebrochenen Spanisch haben wir nur verstanden, dass es eine Barriere auf der Straße geben sollte. Wer uns kennt, weiss wie’s weiter geht: Wir fuhren natürlich trotzdem auf dieser Straße weiter. Dazu muss man sagen, dass der Umweg uns einige Stunden Fahrt gekostet hätte, so dass wir an demselben Abend nicht mehr in Tikal angekommen wären. So fragten wir uns die nächsten Kilometer, was für eine Art Barriere wohl auf uns warten würde.

Das erste Hindernis auf das wir stiessen, war eine weggebrochene Straße. Dieses Hindernis liess sich jedoch sehr einfach überwinden. Einige Zeit später kamen wir an das Ende einer Schlange wartender LKWs. Als wir an diesen vorbeifuhren sahen wir die eigentliche Barriere: Eine Demonstration inklusive kompletter Straßensperrung, strategisch gut gelegen an einer kleinen Brücke. Auf Nachfrage sagte man uns, dass die Demo noch 3 bis 4 Stunden dauern würde. Wir hatten uns schon mit der Situation abgefunden, als uns einige Einheimische vorschlugen, die Motorräder seitlich vorbei an der Barriere über die Brückenbegrenzung zu heben. Nachdem wir unsere Bedenken geäußert hatten und uns die Einheimischen ihre Hilfe anboten, stimmten wir dem Vorschlag zu. Wir fuhren also bis an die Barriere heran und hoben die Motorräder mit Hilfe dreier Dorfbewohner über die Brückenbegrenzung. Das erste Hindernis war überwunden! Doch es folgte schon das Nächste. Ein paar Meter später war die Straße durch einen Baumstamm gesperrt. Hier konnten wir allerdings den Aufpasser überzeugen, uns passieren zu lassen. Es folgten noch weitere kleinere Absperrungen, die wir jedoch einfach umfuhren.

Der weitere Weg nach Tikal verlief abgesehen von heftigen Regenfällen problemlos. Daher beschlossen wir auch, direkt in den Nationalpark zu fahren, um in der Jungle Lodge, die direkt neben den Pyramiden gelegen ist, zu übernachten. Da wir in der Nebensaison reisen, hatten wir freie Zimmerwahl, d.h. eigentlich waren wir die einzigen Gäste in der ganzen Lodge.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

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