Auf dem Dach von Panama

Auf dem Parkplatz des Hostels ‚Refugio del Rio‘ standen bereits zwei andere Motorräder, die, wie sich später herausstellte, den Motorradreisenden Aren und Serafina gehören. Die beiden US – Amerikaner fahren auch für ein paar Monate die Panamericana entlang und planen, wie wir, den Darien Gap von Panama nach Kolumbien mit dem Segelschiff ‚Stahlratte‘ zu überqueren. Ein weiterer Panamericanareisender kam einen Tag später dazu. Der Däne Jesper ist ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs und entschied sich ebenfalls für die Stahlratte.

Eines der Highlights in Boquete ist die Wanderung auf den Vulkan Baru, dem höchsten Berg Panamas. Um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Berges erleben zu können, buchten wir die Nachttour. Da die Wanderung um 23:30 Uhr startete, versuchten wir ein paar Stunden vorzuschlafen. Nachdem wir uns ein paar Stunden vergeblich in den Betten hin- und hergedreht hatten, gingen wir in den Aufenthaltsraum des Hostels, wo uns der Guide abholen wollte. Dort stiess Aren zu uns, der sich inwischen entschlossen hatte, sich der Wanderung anzuschliessen.

Mit dem Jeep fuhren wir zum Startpunkt der Wanderung, der auf 1840m lag. Bei stockfinsterer Nacht wanderten wir mit Stirn- und Taschenlampen durch den Nebelwald am Fuße des Vulkans. Der erste Teil der Wanderung war sehr steil und zu allem Überfluss fing es nach kurzer Zeit auch noch zu regnen an. Erst nach einigen Stunden wurde es trocken, als wir die Wolkendecke passiert hatten. Jedoch wurde es nun mit jedem Höhenmeter immer kälter. Gegen 5 Uhr morgens erreichten wir schließlich die Rangerstation kurz vor dem Gipfel. Die Station ist dauerhaft von zwei Polizisten besetzt, die die nahegelegenen Radio- und Satellitenantennen bewachen. Die Polizisten wechseln sich im Zweiwochenrhythmus ab und verbringen den ganzen Tag in einem kleinen Raum mit Stockbetten, Fernseher und einer Toilette. Nach dem langen Aufstieg waren wir froh, dass uns die Polizisten trotz der frühen Uhrzeit hereinbaten und uns heissen Kaffee anboten.

Kurz vor Sonnenaufgang kletterten wir die letzten, wenigen Meter hinauf auf den Gipfel und beobachteten, wie die Sonne am roten Horizont aufging. Bei klarer Sicht kann man vom Gipfel sowohl den Pazifik als auch den Atlantik sehen. Obwohl wir uns gerade in der Regenzeit befinden und unter uns eine dicke Wolkenschicht die Sicht teilweise verdeckte, hatten wir Glück und konnten im Westen den Pazifik sehen.

Nach einem Frühstück auf dem Gipfel, begannen wir den Abstieg. Für den Rückweg brauchten wir zwar etwas weniger Zeit und er war auch weniger anstrengend, jedoch wurden unsere Knie und Füsse ziemlich in Mitleidenschaft genommen. Nach dem 27 km Fussmarsch humpelten wir in den Jeep, der uns zurück nach Bouquete fuhr. Wir kamen gegen Mittag im Hostel an und fielen erschöpft in die Betten. Da uns Bouquete immer besser gefällt, haben wir uns entschlossen, noch ein paar Tage hier zu bleiben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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2 Antworten

  1. Hallo Ihr beiden,
    hab gerade ein wenig auf der Home Page der „Stahlratte“ geblättert. Hört sich verdammt gut an, vor allem das Rahmenprogramm. Nach einem goldenen Oktoberwochenende hat hier nun der Herbst Einzug gehalten und ich würde auch einen Segeltörn durch die Karibik vorziehen.
    In diesem Sinne Mast- und Schotbruch nächste Woche und wir freuen uns auf spektakuläre Bilder von Bord.
    Gruß Frank

    Oktober 24, 2012 um 1:22 am

  2. Ach, die Hungry Riders 🙂 Die beiden habe ich an der Grenze zu Panama getroffen! Schöne Grüße an die beiden, falls ihr noch weiter zusammen fahrt.

    Oktober 24, 2012 um 11:50 pm

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