Unterwegs in Pablos City

Am nächsten Morgen beschlossen Steve, Roy, Jacek und ich in die nahegelegene BMW Werkstatt zu fahren, um Öl und ggf. Reifen wechseln zu lassen. Ich war etwas skeptisch, ob die Werkstatt spontan 4 Bikes an einem späten Samstag Nachmittag annehmen würde. Um so überraschter war ich, dass dies kein Problem für die Werkstatt darstellte und wir um 13 Uhr die Bikes gewartet wieder zurück hatten. An meinem Motorrad ließ ich nur einen Ölwechsel machen und kaufte einige Ersatzteile wie neue Bremsbelege, Kette, Kettenritzel und einen Schlauch. Die Ersatzteile waren erwartungsgemäß recht teuer, die Arbeitskosten für den Ölwechsel jedoch recht günstig.

Nachmittags ging ich dann mit Chris und Marjolein auf Sightseeing-Tour. Wir schauten uns Pueblito Paisa an, ein winziges Dorf auf einem Hügel innerhalb der Stadt, von dem man eine tolle Sicht über Medellin hat. Danach gings weiter mit der Metro in die Altstadt von Medellin. Meiner Meining nach gibt es im Stadtzentrum, abgesehen von den „Botero“ Skulpturen, nicht viel zu sehen. Die Altstadt ist hektisch und mit Menschenmassen und Strassenhändlern komplett überfüllt. Die „Botero“ Skulpturen sind jedoch sehenswert – inbesondere die Botero Friedensvögel. Die erste Friedensvogel-Skulptur wurde 1995 von einem Guerillakämpfer durch eine Bombe zerstörrt, wobei 12 Menschen ums Leben kamen. Botero erstellte daraufhin eine neue Friedensvogelskulptur und plazierte sie direkt neben den zerstörrten Friedensvogel, den er als Mahnmal stehen ließ.

Nach der Sightseeing-Tour durch Medellin trafen wir uns wieder mit den anderen zum Abendessen beim Italiener. Zwei weitere Motorradreisende aus England und Harry, den wir bereits von der Segeltour mit der Stahlratte kannten, sind später zu unserer Gruppe gestossen und wir erkundeten alle zusammen die Bars und Clubs in Medellin. Es war einfach ein super Abend!

Ich konnte Medellin natürlich nicht verlassen ohne das Grab von Pablo Escobar, dem berühmten Drogenbaron in Medellin, gesehen zu haben. Das Grab befindet sich auf einem Friedhof am Rande der Stadt und ist recht schlicht gehalten. Erstaunlich fand ich die Zustimmungsbriefe, die fast 20 Jahre nach dem Tod Pablos noch immer noch um das Grab herum lagen. Dies hat vermutlich etwas damit zu tun, dass Pablo trotz seiner kriminellen Machenschaften viel für die arme Bevölkerung Medellins getan hat.

Nach dem Besuch von Pablos Grab bereiteten sich alle auf die Weiterfahrt am nächsten Morgen vor. Die beiden Holländer Chis und Marjolein hatten Bogota als nächstes Ziel, da sie dort einen Termin für den Service ihrer BMWs hatten. Steve, Roy, Jacek und ich beschlossen in die Berge Richtung Cartago bzw Kali weiterzureisen. Nach einem Abschiedsfoto am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege.

Beitrag von: carmen.on.the.road
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