Unbefestigte Strassen und Überhitzungsprobleme

Von Medellin aus fuhren wir Richtung Süden in die Berge. Nach einigen Kilometern auf dem Highway bogen wir auf kleinere Strassen ab, die sich durch die Berge schlängelten. Die Strassen waren anfänglich noch recht gut asphaltiert und die Fahrt war ein riesiger Spaß! Wir machten einen kleinen Stop in Valparaiso, einem kleinen aber sehr hübschen Ort in den Bergen. Ab Valparaiso wurde die Strasse langsam schlechter – nicht befestigte Abschnitte wechselten sich mit Asphaltstrasse ab – insgesamt ließ sich die Strecke jedoch noch sehr gut fahren. Gegen Mittag kamen wir dann in einem kleinen, verrückten Ort Namens Caramanta an. Es war zwar Montag, aber in Kolumbien war an diesem Tag Feiertag. Die Bewohner von Caramanta kamen bereits Mittags auf ihren Pferden in die Bar am Marktplatz geritten und legten teilweise komische Dressuren mit ihren Pferden hin. Die Stadt wirkte ein wenig wie eine Westernstadt am falschen Ort. Die Stimmung in der offenen Bar am Markt war ausgelassen, der Alkohollevel hoch und einer der Dorfbewohner viel vor uns vom Hocker. Wir hatten überlegt in Caramanta zu Mittag zu essen, haben uns jedoch dagegen entschieden, da man ja nie weiss, ob die Stimmung bei diesem Alkoholkonsum umschlägt. Ausserdem hatten die Dorfbewohner uns gewarnt, dass die Strasse ab Caramanta sehr schlecht sein soll. Da ich immer noch nicht richtig gut bin im offroad fahren und mein Bike nach jeder Offroad-Tour ein Problem hat, wollte ich die Strecke relativ schnell hinter mich bringen.

Die Strasse ab Caramanta war dann tatsächlich komplett unbefestigt. Es wechselten sich steinige Abschnitte, Waldboden und kleinere Schlammstücke ab. Nach etwa der Hälfte der unbefestigten Strecke streikte dann mein Bike. Die Überhitzungslampe ging an und zwang mich anzuhalten. Wir vermuteten, dass der Temperaturfühler nicht richtig funktionierte, da der Lüfter zu dem Zeitpunkt nicht an war. Daher schloss Steve den Lüfter kurz, so dass er manuell ein- und ausschaltbar war. Ausserdem nahm Steve und Roy etwas von meinem Gepäck auf ihre Bikes. Leider behob dies alles nicht das Problem und die Maschine überhitze weiterhin. Da es schon recht spät war und es bald dunkel werden würde, überlegten wir in den Berg zu zelten, um dem Problem am nächsten Morgen nachzugehen. Es sah allerdings so aus, als würde der Weg die nächsten Kilometer nur bergab gehen. Daher tauschten Steve und ich die Motorräder, da Steve offroad schneller unterwegs ist als ich und die Hoffnung bestand, die Maschine über den Fahrtwind bergab zu kühlen. Ungeschickterweise war Steves BMW hochgelegt und ich kam nur mit einem Zeh auf den Fussboden. Während der Fahrt stellte dies kein Problem dar. Mir machte die unbefestigte Strecke auf seinem Bike sogar richtig viel Spaß! Allerdings war es weniger spaßig als ein Bus, der den gesamten Weg einnahm, mir entgegen kam. Es kam wie es kommen musste – ich hielt an und fiel mit dem Bike vor den Bus in den Schlamm 🙂 . Glücklicherweise ist weder mir noch seiner Maschine etwas passiert. 200 m weiter kam dann schon die nächste Stadt – Supia. Wir fanden ein nettes Hotel mit Parkmöglichkeiten, Pool, Restaurant und guten Zimmern für etwa 10 Euro pro Person. Abends gingen wir in Supia essen. Das Überhitzungsproblem konnte auch bis zum nächsten Morgen warten.

Beitrag von: carmen.on.the.road
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Eine Antwort

  1. Puh, das ging ja grad nochmal gut, hab grad echt nen Schreck bekommen. Das nächste Glas Schnaps geht bei Gelegenheit auf deinen Schutzengel

    November 17, 2012 um 10:05 am

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