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Auf dem Dach von Panama

Auf dem Parkplatz des Hostels ‚Refugio del Rio‘ standen bereits zwei andere Motorräder, die, wie sich später herausstellte, den Motorradreisenden Aren und Serafina gehören. Die beiden US – Amerikaner fahren auch für ein paar Monate die Panamericana entlang und planen, wie wir, den Darien Gap von Panama nach Kolumbien mit dem Segelschiff ‚Stahlratte‘ zu überqueren. Ein weiterer Panamericanareisender kam einen Tag später dazu. Der Däne Jesper ist ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs und entschied sich ebenfalls für die Stahlratte.

Eines der Highlights in Boquete ist die Wanderung auf den Vulkan Baru, dem höchsten Berg Panamas. Um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Berges erleben zu können, buchten wir die Nachttour. Da die Wanderung um 23:30 Uhr startete, versuchten wir ein paar Stunden vorzuschlafen. Nachdem wir uns ein paar Stunden vergeblich in den Betten hin- und hergedreht hatten, gingen wir in den Aufenthaltsraum des Hostels, wo uns der Guide abholen wollte. Dort stiess Aren zu uns, der sich inwischen entschlossen hatte, sich der Wanderung anzuschliessen.

Mit dem Jeep fuhren wir zum Startpunkt der Wanderung, der auf 1840m lag. Bei stockfinsterer Nacht wanderten wir mit Stirn- und Taschenlampen durch den Nebelwald am Fuße des Vulkans. Der erste Teil der Wanderung war sehr steil und zu allem Überfluss fing es nach kurzer Zeit auch noch zu regnen an. Erst nach einigen Stunden wurde es trocken, als wir die Wolkendecke passiert hatten. Jedoch wurde es nun mit jedem Höhenmeter immer kälter. Gegen 5 Uhr morgens erreichten wir schließlich die Rangerstation kurz vor dem Gipfel. Die Station ist dauerhaft von zwei Polizisten besetzt, die die nahegelegenen Radio- und Satellitenantennen bewachen. Die Polizisten wechseln sich im Zweiwochenrhythmus ab und verbringen den ganzen Tag in einem kleinen Raum mit Stockbetten, Fernseher und einer Toilette. Nach dem langen Aufstieg waren wir froh, dass uns die Polizisten trotz der frühen Uhrzeit hereinbaten und uns heissen Kaffee anboten.

Kurz vor Sonnenaufgang kletterten wir die letzten, wenigen Meter hinauf auf den Gipfel und beobachteten, wie die Sonne am roten Horizont aufging. Bei klarer Sicht kann man vom Gipfel sowohl den Pazifik als auch den Atlantik sehen. Obwohl wir uns gerade in der Regenzeit befinden und unter uns eine dicke Wolkenschicht die Sicht teilweise verdeckte, hatten wir Glück und konnten im Westen den Pazifik sehen.

Nach einem Frühstück auf dem Gipfel, begannen wir den Abstieg. Für den Rückweg brauchten wir zwar etwas weniger Zeit und er war auch weniger anstrengend, jedoch wurden unsere Knie und Füsse ziemlich in Mitleidenschaft genommen. Nach dem 27 km Fussmarsch humpelten wir in den Jeep, der uns zurück nach Bouquete fuhr. Wir kamen gegen Mittag im Hostel an und fielen erschöpft in die Betten. Da uns Bouquete immer besser gefällt, haben wir uns entschlossen, noch ein paar Tage hier zu bleiben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Inselfrühstück in Bocas del Toro

Puerto Viejo ist ein kleines Karibikstädchen im Südosten Costa Ricas. Der schöne Strand und die vielen kleinen Restaurants und Strandbars ziehen viele Hippies, Rastas und Aussteiger an. Der Geruch von Gras lag in der Luft und uns wurde nicht nur einmal Marihuana angeboten. Diese Atmosphäre und  das dazu etwas schmuddelige Ambiente gefiel uns nicht sonderlich und veranlasste uns am nächsten Morgen weiter Richtung Süden zu fahren.

Wir waren bisher nur ein paar Tage in Costa Rica und sind sehr beindruckt von der schönen Landschaft hier. Costa Rica hat sicherlich noch sehr viel mehr zu bieten, insbesondere viele exotische Tiere. Es wird allerdings auch die Schweiz Mittelamerikas genannt, da die Preise auf europäischen Niveau sind. Derartiges stellt für eine 3-wöchige Urlaubsreise sicherlich kein Problem dar, würde jedoch ein grösseres Loch in unsere Reisekasse reissen. Daher beschlossen wir in das etwas günstigere Panama weiterzureisen.

Wir wählten den kleinen und recht ruhigen Grenzübergang bei Sixaola, um nach Panama einzureisen. Diesmal war Carmen an der Reihe den Papierkram an der Grenze zu erledigen. Der Prozess verlief problemlos und wir hatten nach etwa 2 Stunden alle notwendigen Papiere in der Tasche.

Unser ursprünglicher Plan war es, mit den Motorrädern direkt per Fähre auf die Insel Colon nach Bocas del Toro überzusetzen. Es stellte sich jedoch vor Ort heraus, dass die Fähre nur einmal täglich morgens um 8 Uhr fährt. Da wir erst nachmittags ankamen, suchten wir uns ein Hotel in der nahegelegenen Stadt Almirante. Am nächsten Morgen kamen wir leider nicht rechtzeitig aus den Betten und verpassten die Fähre. Um nicht eine weitere Nacht in der heruntergekommenen Stadt Almirante verbringen zu müssen, nahmen wir ein Wassertaxi nach Bocas del Toro. So konnten wir uns die Stadt zumindest zu Fuss anschauen und dort frühstücken.

Im Gegensatz zu Puerto Viejo, gefiel uns Bocas del Toro sehr gut. Neben vielen kleinen Restaurants und Bars, gibt es hier auch ein umfangreiches Angebot an Wassersportaktivitäten, wie Schnorcheln und Kayaking. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir mit einem Speedboot wieder zurück nach Almirante und sattelten unsere Motorräder für die Weiterfahrt nach Boquete. Die 2-3 Stunden Fahrt nach Boquete vergingen Dank der kurvigen Bergstrassen und schönen Landschaft wie im Fluge. Wir checkten im Hotel Refugio del Rio ein, in dem wir noch weitere Motorradreisende kennenlernen sollten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Von Tom’s Backstube in die Karibik

Da die Länder in Zentralamerika relativ klein sind, steht alle paar Tage ein Grenzübergang für uns an. Das Gute daran ist, dass man wenigstens nicht aus der Übung kommt. 🙂 Für Montag hatten wir uns vorgenommen nach Costa Rica einzureisen und behielten unser bewährtes System, die Motorräder gleichzeitig zu importieren, bei. Dies war auch gut so, da am Montag Morgen einige hundert Touristen nach Costa Rica auf dem Landweg einreisen wollten und die Warteschlagen dementsprechend lang waren. Der Prozess an sich verlief reibungslos, nur aufgrund der langen Wartezeiten dauerte die Aus- und Einreise geschlagene 4 Stunden.

An der Grenze haben wir ein deutsch/englisches Pärches wiedergetroffen, das wir tagszuvor im Hostel kennengelernt hatten. Die beiden waren blutüberströmt und voller Schürf- und Stichwunden. Sie hatten den Reisebus von San Juan del Sur zur Grenze nach Costa Rica genommen. Kurz vor der Grenze rammte ein Auto ihren Bus und der Bus kam von der Strasse ab und überschlug sich mehrfach. Wir sind mit unseren Motrorrädern auch an der Unfallstelle vorbeigefahren, hatten das Ausmaß des Unfalls jedoch nicht erkennen können, da der Bus von der Strasse aus nicht mehr zu sehen war. Zum Glück wurde anscheinend niemand tödlich verletzt, aber es gab sehr viele Verletzte. Mit diesem Schrecken im Hinterkopf fuhren wir vorsichtig zum Lago Arenal, unserem ersten Ziel in Costa Rica.

Da es schon zu dämmern begann, folgten wir blind dem Navi, das eine Abkürzung von der üblichen Route vorschlug. Zunächst stellte sich die Abkürzung als kurvige, geteerte Strasse heraus, jedoch wurde sie im Laufe der Zeit immer schlechter bis schließlich nur noch ein extrem steiler Feldweg aus Lehm und Steinen übrig blieb. Zum Glück war es trocken und der Weg daher für uns fahrbar. Bei Dämmerung erreichten wir das Hotel La Rana, das von einem Deutschen geführt wird. Am Abend wartete auf uns leckeres deutsches Essen und für Micha ein Hefeweizen.

Am nächsten Morgen hatten wir endlich mal wieder einen längeren Motorradfahrtag geplant. Für die anstehenden fast 400 km wollten wir uns in einer deutschen Bäckerei, die uns empfohlen wurde, mit frischen Backwaren für den Tag eindecken. Doch Tom, der deutsche Besitzer der Bäckerei, lud uns ein, für eine Nacht in seiner Bäckerei zu bleiben. Also entluden wir nach nur 12 km Fahrt wieder unsere Motorräder und halfen Tom in der Backstube. Zusammen bereiteten wir einen Tagesvorrat an gefüllten Croissants, Teigtaschen und Rosinenschnecken vor. Nach der Arbeit, kam das Vergnügen 🙂 Tom lud uns zu einer kleinen Tour mit seinem Motorboot auf dem Lago Arenal ein. Wir schipperten ein paar Stunden über den See und unterhielten uns mit Tom über das Leben in Costa Rica.

Tom bot uns an noch ein paar Tage länger zu bleiben. Doch da wir in Kürze den Darien-Gap zwischen Panama und Kolumbien per Segelschiff überwinden wollen, setzten wir unsere Reise fort. Also verabschiedeten wir uns heute morgen von Tom und fuhren die kurvige Strasse entlang des Arenalsees weiter zur Karibikküste Costa Ricas bis nach Puerto Viejo.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Mit Mathias und den Dirty Skirts in San Juan del Sur

Unsere letzten Tage in Nicaragua verbrachten wir in San Juan del Sur an der Pazifikküste. Dort verabredeten wir uns mit Mathias, den wir bereits in San Francisco getroffen hatten und der wie wir von Alaska nach Feuerland mit seinem Motorrad unterwegs ist. Wir checkten direkt am Strand im gleichen Hostel wie Mathias ein. Mathias hatte im Hostel bereits einige Leute kennengelernt u.a. zwei Amerikanerinnen, die abends selbstgeschriebene Songs gesungen haben, die sie mit ihrer Ukulele begleiteten. Die beiden nannten sich die „Dirty Skirts“ und waren so gut, dass sie als „Special Guests“ in der Kneipe „Black Whale“ auftreten durften. Natürlich wollten wir den Auftritt nicht verpassen und verbrachten daher den Abend mit Mathias und den beiden Mädels im „Black Whale“.

Da Mathias einen engeren Zeitplan hat als wir, brach er schon am nächsten Morgen auf, während wir noch einen Tag länger in San Juan del Sur blieben. San Juan del Sur scheint ein beliebtes Ziel für junge, amerikanische Touristen zu sein, die von den zahlreichen Restaurants, Bars und den tollen Surfstränden angezogen werden. Auch wir verbrachten einen Großteil des Tages in einer Strandbar direkt am Meer und sprangen ab und zu in die Wellen.

Am nächsten Morgen ging es dann auch für uns weiter nach Costa Rica. Auch wenn wir nur kurz in Nicaragua waren, hat es uns doch sehr gut gefallen. Nicaragua bietet wunderschöne Landschaften, tolle Strände und herzliche Menschen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Märcheninsel Ometepe

Carmen ging es am nächsten Tag schon wieder viel besser. Daher beschlossen wir, einen Tag länger zu bleiben, um eine Tour auf den Vulkan Madeira zu machen. Zusammen mit einem deutschen und einem spanischen Pärchen wanderten wir drei Stunden durch Dschungel und Bananenplantagen zu einem Aussichtspunkt auf den Vulkan. Von dort aus hatten wir einen tollen Überblick über die Insel und den gegenüberliegenden Vulkan Concepcion. Die Wanderung war zwar nicht besonders anstrengend, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit kamen wir dennoch schnell ins schwitzen. Daher freuten wir uns sehr auf die darauf folgende Abkühlung in der Lagune ‚Ojo de Agua‘. Die Lagune wird von einer unterirdischen Quelle gespeist und mündet in einem kleinen Fluss. Hier verbrachten wir ein paar Stunden mit Kokosnuss essen, relaxen und schwimmen. Carmen hatte viel Spaß, sich mit einer Liane ins Wasser zu schwingen.

Mit einem Tag Verspätung brachen wir schließlich auf an die Pazifikküste nach San Juan del Sur. Dieses Mal hatten wir mit der Fährüberfahrt mehr Glück: Das Wetter war super und der See Nicaragua war ruhig.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Turbulente Überfahrt auf die Vulkaninsel Ometepe

Über Mathias sind wir in Kontakt mit den beiden Motorradweltreisenden Heidi und Bernd gekommen, die mit ihren KTMs von Europa über Asien und Südamerika nach Nordamerika unterwegs sind. Die beiden verbringen ein paar Tage auf der Insel Ometepe im Lago Nicaragua, dem größten See Mittelamerikas. Wir beschlossen also, auch die Insel Ometepe anzusteuern, um die beiden dort zu treffen.

Dafür nahmen wir eine Fähre von San Jorge nach Moyogalpa, die auch Fahrzeuge mitnimmt. Die Überfahrt war allerdings etwas abenteuerlich. Bereits bei der Einfahrt in den Hafen fing das Chaos an. Zunächst war am Hafentor eine Gebühr zu entrichten. Als wir an der Fähre ankamen wurde nochmals eine Gebühr verlangt. Wie sich später herausstellte, handelte es sich hierbei nur um Steuern und noch nicht um den Fahrtpreis, der später während der Fahrt noch bezahlt werden musste. Nach etlichem Hin- und Her hatten wir die Motorräder auf der Fähre aufgeladen. Zu unserem Erstaunen wurden die Motorräder gar nicht und die anderen Fahrzeuge erst während der Fahrt gesichert. Da mittlerweile ein Unwetter aufgekommen war und der Seegang das Schiff entsprechend hin- und herschaukelte, hatten wir große Mühe die Motorräder mit Händen und Füssen zu sichern. Schließlich stellten wir die Motorräder auf ihre Hauptständer und hielten Wache bei Carmen’s Motorrad, da dieses instabiler zu stehen schien. Es kam wie es kommen musste: Plötzlich hörten wir einen lauten Knall aus dem Heckbereich der Fähre. Micha’s Motorrad war vom Hauptständer gegen die Schiffswand gefallen. Nachdem Micha das Motorrad mit Hilfe eines Fährarbeiters wieder aufgerichtet hatte, stellte er fest, dass der linke Spiegel abgebrochen war und kroch unter ein nebenstehendes Auto, um ihn wieder hervorzuholen. Aber was soll’s – wir haben ja bereits Erfahrung im Anschweissen von Spiegeln. 😉 Die restliche Überfahrt sicherten zusätzlich zwei Fährarbeiter Michas Motorrad.

Auf der Insel angekommen, regnete es immer noch sehr stark, daher suchten wir uns ein nahegelegenes Hostel im Ort Moyogalpa. Den Abend beendeten wir bei einem leckeren italienischen Essen in einem nahegelegenen Restaurant.

Am nächsten Morgen fuhren wir 10 km weiter zur Finca Venecia, um Heidi und Bernd zu treffen. Da die beiden gerade aus Südamerika kamen, nutzten wir die Gelegenheit, um viele Informationen bezüglich Reiseroute, Grenzüberquerungen, Straßenzuständen und Unterkunftsmöglichkeiten auszutauschen. Wir verbrachten zwei sehr nette Tage mit den beiden, bevor die zwei Richtung Honduras weiterfuhren.

Da Carmen sich eine dicke Erkältung zugezogen hat, bleiben wir noch etwas in der Finca Venecia, damit Carmen sich auskurieren kann.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Zwei auf einen Streich

Heute stand uns ein zweiter Horrortag bevor: Wir hatten vor, zwei Grenzen an einem Tag zu passieren, um nicht in Honduras übernachten zu müssen. Honduras gilt als eines der gefährlichsten Länder Zentralamerikas. Daher wollten wir unser Glück nicht herausfordern und dieses Land möglichst schnell hinter uns lassen. Also standen wir früh morgens gegen 5 Uhr auf, um nach einem leckeren Frühstück im Comfort Inn kurz vor 8 Uhr an der Grenze zu Honduras zu sein.

Bisher hatten wir die Bikes immer nacheinander importiert, was uns meist sehr viel Zeit gekostet hatte. Dieses Mal versuchten wir aus diesem Fehler zu lernen und beschlossen, die Bikes gleichzeitig durch den Grenzprozess zu bringen. Damit jeder von uns in den „Genuss“ der Grenzprozessbearbeitung kommt, teilten wir die Aufgaben unter uns auf: Micha war für die Grenzüberschreitung von Guatemala nach Honduras zuständig, während Carmen den Prozess für die Überführung von Honduras nach Nicaragua übernahm.

Die Komplexität der Überwindung dieser beiden Grenzen ist kaum zu überbieten. Da wir keine Grenzhelfer nutzen wollten, die nach Berichten anderer Reisenden hauptsächlich Touristen abzocken, haben wir beschlossen, die Überschreitung auf eigene Faust durchzuführen. Dafür haben wir uns eine detaillierte Beschreibung der Grenzüberschreitung in – gefühlt – tausend Schritten von folgender sehr hilfreicher Seite heruntergeladen: Honduras in one day.

Michas größte Befürchtung zum Grenzübergang El Salvador -> Honduras waren die aufdringlichen „Helfer“ von denen in vielen Reiseblog berichtet wurde. Glücklicherweise trat diese Befürchtung nicht in dem Maße ein. Einige Helfer versuchten zwar, ihren Service anzubieten, liessen sich jedoch schnell abwimmeln. Die erste Grenzüberschreitung hat ca. 2,5 bis 3 Stunden gedauert, wobei ein Großteil der Zeit für das Kopieren von Dokumenten und für das Warten auf Beamte, die diese Dokumente prozessieren, spendiert wurde. Interessanterweise scheint der ganze Aufwand für die Katz zu sein, da die sorgfältig ausgefüllten und gestempelten Dokumente nur auf einem von vielen Riesenstapeln Papier landen.

Mit den Importpapieren und Einreisestempeln in der Tasche fuhren wir die ca. 130 km durch Honduras. Das Land ist bekannt für seine korrupten Polizisten, jedoch trafen wir auf keinen von diesen und konnten ungehindert an die Grenze zu Nicaragua fahren.

Abgesehen davon, dass die Grenzbeamten zum Zeitpunkt unserer Ankunft gerade Siesta machten, verlief der Aus- und Einreiseprozess von Honduras nach Nicaragua mit einer Ausnahme relativ reibungslos: In unserer Schritt für Schritt Anleitung wurde beschrieben, dass wir am Ende des Prozesses von den Fahrzeugimportpapieren drei Kopien anzufertigen hatten. Da uns sowohl der Zollbeamte als auch ein weiterer Grenzbeamter steif und fest versicherten, dass nur zwei Kopien notwendig wären, vertrauten wir ihnen und fertigten auch nur zwei an. Dies erwies sich als ein Fehler: Die beiden Kopien wurden direkt vor Ort eingezogen und natürlich forderten zwei Kontrolleure kurz hinter der Grenze eine dritte Kopie. Also mussten wir zurückfahren und die dritte Kopie anfertigen, was an sich kein Problem darstellte, uns jedoch sehr erstaunte, da anscheinend keiner der Grenzbeamten den kompletten Prozess versteht.

Nach diesem anstrengenden Tag suchten wir uns eine Unterkunft in Esteli im Norden von Nicaragua.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

El Fuego raucht zum Abschied

Unser Horrortag begann eigentlich ganz vielversprechend: Mit einer kleinen Eruption des El Fuego. Auf unserem Weg zur Grenze nach El Salvador sahen wir eine große Rauchwolke, die aus dem Vulkan ‚El Fuego‘ aufstieg. Nach einem kurzen Fotostopp fuhren wir weiter zum Grenzübergang von Guatemala nach El Salvador.

Die Grenze kündigte sich durch eine ewig lange Schlange LKWs an, die wir jedoch ohne Skrupel passierten. 😉 Außerdem näherten sich bereits zu Beginn der LKW Schlange zahlreiche „Helfer“, von denen wir bereits in verschiedenen Reiseblogs gelesen hatten. Vorerst ignorierten wir die Helfer und versuchten unser Glück alleine. Die persönliche Ausreise verlief ohne Probleme, jedoch gestaltete sich die Ausreise der Motorräder schwieriger als gedacht. Wir hatten bereits einen Stempel auf unseren Fahrzeugpermits bekommen und gingen davon aus, dass damit die Ausreiseprozedur abgeschlossen wäre. Die Helfer wiesen uns jedoch daraufhin, dass noch einige Prozessschritte fehlten. Natürlich versuchten sie weiterhin uns ihren Service für eine Gebühr anzubieten. Vorerst lehnten wir dies weiterhin ab und versuchten, das Gebäude des Ausfuhrzolls selbst zu finden. Leider vergeblich. Schließlich meinte einer der Helfer: „I help you for free“ („Ich helfe euch kostenlos“). Mit seiner Hilfe konnten wir den Ausfuhrprozess von Carmen’s Bike dann relativ schnell abschließen. Der Ausfuhrprozess von Micha’s Bike gestaltete sich jedoch etwas schwieriger, da bei Einfuhr in Guatemala ein Fehler in seinen Papieren gemacht wurde. Zuerst hiess es, dass Micha zurück an die mexikanisch – guatemalische Grenze fahren sollte, um seine Einfuhrpapiere korrigieren zu lassen. Bei dieser Lösung hätte Micha jedoch alleine zurückfahren müssen, da Carmen’s Motorrad bereits exportiert war und sie Guatemala für 30 Tage nicht mehr befahren hätte können. Da mit dem Zollbeamten nicht zu reden war, versuchte es Micha mit einer zweiten Beamtin, die das Motorrad ohne Probleme ausfuhr.

Als nächstes mussten wir die Motorräder in El Salvador einführen. Sowohl die persönliche Immigration als auch die Einfuhr der Motorräder ging in El Salvador problemlos vonstatten. Da wir die Motorräder jedoch nacheinander einfuhren, verloren wir sehr viel Zeit an der Grenze.

Es war mittlerweile später Nachmittag als wir uns auf den Weg nach Playa El Zonte begaben. Dort befindet sich ein Hostel direkt am Meer, welches im Lonely Planet empfohlen wurde. Die Fahrt dorthin zog sich allerdings relativ lang hin und so kamen wir erst wenige Minuten vor Sonnenuntergang an. Die Motorräder entluden wir bereits im Dunkeln. Das Hostel entpuppte sich als eine Art Surf Resort, in dem man sicherlich einige Zeit hätte bleiben können. Da wir jedoch den Sonntag für die vereinfachte Einreise nach Honduras nutzen wollen, mussten wir leider am nächsten Morgen Richtung San Miguel aufbrechen. Ein bisschen Schade finden wir das schon, da El Salvador landschaftlich sehr viel zu bieten hat und die Sicherheitsprobleme, von denen wir gehört hatten, sich bisher nicht bestätigten.

Heute übernachten wir in San Miguel im Comfort Inn, welches uns vom Motorradreisenden Guillaume empfohlen wurde.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Lago Atitlán und das Veggie-Bike

Wir konnten Guatemala nicht verlassen, ohne den See Atitlán mit seinen drei angrenzenden Vulkanen gesehen zu haben. Der See liegt etwa eine 3 Stundenbusfahrt von Antigua entfernt, also war erneut früh aufstehen angesagt. Gegen 5:30Uhr holte uns der Tourbus ab, so dass wir am frühen Vormittag den See erreichten. Die optimale Zeit für’s Frühstück und für einen tollen Ausblick bei klarer Sicht über den See.

Auf dem Weg zum Boot, mit dem wir 3 Dörfer am See besuchen wollten, kamen wir an einen Umzug zum Ehrentag des San Francisco von Assis vorbei. Bunt gekleidete Leute mit Masken tanzten durch die Strassen zu live gespielter Xylophon-Musik und jagten ohrenbetäubende Böller in die Luft. Am Hafen von Panajachel angekommen, stiegen wir in ein kleines Motorboot, dass uns als erstes nach San Juan brachte. Das kleine Dorf ist bekannt für seine Kunstgalerien, in denen farbenfrohe Maya-Bilder von lokalen Künstlern angeboten werden. Weiter ging es zum Hippy-Dorf San Pedro la Laguna mit seinen vielen kleinen Cafès und Restaurants. Das letzte Dorf, das wir besuchten, war Santiago Atitlan. Santiago Atitlan ist das grösste Dorf am See und für unseren Geschmack etwas zu hektisch und mit wenig Flair. Wieder in Panajachel angekommen, stiegen wir in den Mini-Van und fuhren den langen Weg nach Antigua zurück.

Im Hostel wartete eine Überraschung auf uns. Unsere Hostelbesitzerin gab uns einen kleinen Zettel mit einer Nachricht von Harry. Kurze Zeit später trafen wir den Engländer persönlich, der die Welt mit einer Royal Enfield mit Dieselmotor umrundet. Das Besondere an Harry’s Reise ist, dass er versucht CO2 neutral zu reisen, indem er wenn möglich seine Maschine mit Planzenöl betreibt. Dieses Vorgehen hat ihn jedoch schon 4 Motorschäden gekostet. Wir beendeten den Abend bei einem Dinner mit Harry und gingen relativ früh zu Bett, um am nächsten Morgen fit für die Weiterreise nach El Salvador zu sein.

Weitere Bilder aus Guatemala gibt’s unter Fotos & Videos -> Reisefotos -> Guatemala.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Besteigung des Vulkans Pacaya

Wir haben uns spontan entschieden, die Gegend um Antigua de Guatemala doch noch etwas mehr zu erkunden, bevor wir nach El Salvador aufbrechen. Daher haben wir uns heute morgen um 06:00 Uhr auf den Weg zum Vulkan Pacaya begeben, um ihn zu besteigen. Nach 1,5 Stunden Fahrt im Minibus kamen wir am Fuße des Pacaya an. Der 2.500m hohe Vulkan, einer der aktivsten Vulkane Guatemalas,  ist das letzte Mal im Jahr 2010 ausgebrochen. Die 3 stündige Wanderung auf dem Vulkan führte uns an üppiger Vegetation und rauhen Lavafeldern vorbei. Begleitet wurde unsere Reisegruppe von einer ganzen Horde Pferde, um die eventuell schwächelnden Wanderer für ein entsprechendes Entgelt zu transportieren. Außer einer jungen Amerikanerin nahm jedoch niemand das Angebot in Anspruch. Leider ist es momentan nicht möglich bis auf die Spitze des Vulkans zu wandern, da die erstarrte Lava auf dem Gipfel instabil ist. Dennoch hatten wir eine super Sicht auf die beiden gegenüber liegenden Vulkane El Fuego und El Agua. Ersterer war erst vor zwei Wochen aufgrund eines Ausbruchs in den Nachrichten. Leider spuckte der Vulkan heute kein Feuer, doch stiegen Rauchschwaden aus dem Vulkankrater empor.

Obwohl der Pacaya seit zwei Jahren nicht mehr ausgebrochen ist, entwichen heisse Dämpfe aus den Spalten der erstarrten Lava. Unser Guide hatte Marshmallows mitgebracht und röstete sie in der Hitze einer der Vulkanspalten.

Den Rest des Tages verbrachten wir – wie so häufig – relaxend bei Kaffee und Kuchen und schlossen den Abend bei einem netten Gespräch mit unseren Hostelbesitzerinnen und deren Freundin ab. Die Freundin der Hostelbesitzerin feierte ihren fünfzigsten Geburtstag und war dementsprechend gut gelaunt. Da die drei kein Englisch konnten, mussten wir wohl oder übel auf unsere neu erlernten Spanischkenntnisse zurückgreifen. Wir wissen zwar nicht, ob wir uns über die gleichen Themen unterhalten haben wie die drei, aber das Gespräch war äußerst amüsant und wir haben viel gelacht.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Die Luft ist raus :-)

Die ersten 5 Tage Spanischunterricht haben wir nun hinter uns und mehr werden es auch nicht werden. 🙂 Eigentlich hatten wir 7 Tage gebucht, aber der Unterricht war so anstrengend, dass wir die letzten 2 Tage annulliert haben. Die Luft war einfach raus – anscheinend sind wir das Lernen nicht mehr gewöhnt. 🙂

Nicht nur bei uns war die Luft raus, sondern auch bei Carmen’s Motorradreifen. Unser erster Platten auf dieser Tour! Wo es genau passiert ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Fest steht nur, dass ein 5 cm langer Draht im Hinterreifen steckte, so dass die Luft langsam entwich. Da es genügend Werkstätten in Antigua gibt, stellte dies jedoch kein Problem dar. Carmen nutzte die Gelegenheit, um den Spanischunterricht in die Werkstätten zu verlegen, indem sie mit ihrer Lehrerin sämtliche Pinchazas (Reifenwerkstatt) abklapperte. Schliesslich entschied sie sich für eine Werkstatt gleich um die Ecke, die den Schlauch für 1 Euro wechselte (1,50 Euro inklusive Trinkgeld).

In der Spanischschule haben wir Mary und Gary kennengelernt, ein irisch/schottisches Paar, das auf einer 9 monatigen Reise durch die Welt tourt. Mit den beiden waren wir Samstag Nachmittag und Abend in der Stadt unterwegs und unterhielten uns über Gott und die Welt.

Den Rest der Zeit verbrachten wir mit notwendigen Erledigungen wie Wäsche waschen und dem flicken von aufgerissenen Hosennähten, um uns auf die Weiterfahrt nach El Salvador und Honduras Ende der Woche vorzubereiten. Die beiden Länder sollen die gefährlichsten Länder in Zentralamerika sein, daher ist uns schon ein wenig mulmig.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Die Vulkane schweigen, aber die Köpfe rauchen :-)

Rio Dulce ist ein Ort, an dem man sich für einige Monate verlieren kann. Um dieser Gefahr aus dem Weg zu gehen, brachen wir gestern früh in Richtung Antigua auf, der ehemaligen Hauptstadt Guatemalas. Wir kamen nach ca 320 km Fahrt am frühen Nachmittag in Antigua an und suchten uns ein einfaches Hostel in der Innenstadt. Die Übernachtungskosten variieren extrem stark in Guatemala. Wir wählten ein Hostel für 65 Quetzal (umgerechnet 6 Euro) pro Person. Später entdeckten wir allerdings noch ein schöneres Hostel mit toller Ausicht auf die Vulkane von der Terasse aus. Carmen erkundigte sich nach dem Preis und erhielt die Antwort 122 pro Doppelzimmer und Nacht. Wir wollten uns schon ärgern und das Hostel wechseln. Im Gegensatz zu unserer Unterkunft, war in diesem Preis sogar ein eigenes Bad enthalten. Als der Hotelier unser Erstaunen bemerkte, fügte er noch schnell „US Dollar“ hinzu.  Das ergibt also nur das schlappe 10-fache von unserem Übernachtungspreis 🙂

Antigua ist bekannt für seine Vielzahl an sehr guten und günstigen Spanischschulen. Da wir uns bisher mehr schlecht als recht mit unserem gebrochenen Spanisch verständigen konnten, beschlossen wir hier einen Spanischkurs zu belegen. Die Spanischschulen bieten allerlei Optionen an – von einigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten, von 2 Stunden bis 8 Stunden pro Tag Unterricht. Wir wählten für 7 Tage je 4 Stunden Einzelunterricht.

Den ersten Sprachschultag haben wir heute hinter uns. Unsere Köpfe rauchen, aber wir sind beide mit unseren Spanischlehrerinnen sehr zufrieden und konnten die neugewonnen Kenntnisse bereits in der Stadt anwenden. Jetzt heisst es nur noch Hausaufgaben machen und morgen geht es weiter.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Seele baumeln lassen am Rio Dulce

Nach den „anstrengenden“ Tagen in Tikal, mussten wir uns erstmal von den „Strapazen“ erholen. 😉 Daher beschlossen wir die letzten beiden Tage hier im Hostel Backpacker zu verbringen. Das Hostel und das angeschlossene Restaurant befinden sich direkt am Rio Dulce, der über Livingston in die Karibik fliesst. Die Ufer des Flusses sind mit Palmen bewachsen, kleine Inseln befinden sich im Fluss und Yachten & Boote kreuzen auf und ab. Ganz unerwartet ist auch das Klima sehr angenehm, tagsüber ist es sonnig mit ca. 30 Grad, nur abends geht der Sonnenschein für 1 bis 2 Stunden in tropischen Regen über.

Die meiste Zeit verbrachten wir relaxend im offenen Cafe des Hostels am Fluss mit Lesen, Essen und Trinken. Das Essen an sich war sehr lecker, allerdings waren wir über das fehlende Engagement des Personals sehr erstaunt. So bestellte Carmen zum Beispiel einen Cafe con Leche (Kaffee mit Milch) und bekam die Antwort, dass es keine Milch mehr gäbe. Trotzdem erhielt Micha seine bestellte Erdbeermilch. Daraufhin bestellte auch Carmen einen Fruchtmilchshake und erhielt prompt ihre Bananenmilch. Anscheinend scheint es hier Milch mit speziellem Verwendungszweck, wie z.B. „nur für Milchshake“ zu geben. 😉

Neben dem ganzen Nichtstun mussten wir uns auch noch um die Reparatur von Carmen’s Motorradspiegel kümmern. Uns wurde gesagt, dass ‚Carlos‘ genau der richtige Mann für uns sei. Also nahmen wir ein Tuktuk und fuhren zu Carlos‘ Schweißwerkstatt. Zu unserem Erstaunen erkannte Carlos sofort, dass es sich um den Spiegel einer BMW handelte (vielleicht hat er auch einfach nur gut geraten ;-)). Auf jeden Fall schweißte er den Spiegel für 2,50 € an die abgebrochene Schraube. Nun hat Carmen’s Bike wieder zwei Rückspiegel und die Fahrt kann weitergehen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Erwachen im Dschungel Guatemalas

Da wir schon die teure Jungle Lodge direkt neben den Pyramiden gebucht hatten, wollten wir die gute Lage auch nutzen, um den Sonnenaufgang über den Pyramiden Tikals zu erleben. Da die Pyramiden tief im Dschungel sind, nahmen wir uns einen Führer mit dem wir morgens um 4 Uhr zu den Pyramiden aufbrachen. Nach etwa einer Stunde Wanderung durch den Dschungel, kamen wir am Maya Tempel 4 an. Wir bestiegen den Tempel um von seiner Spitze aus den Sonnenaufgang über der Maya Stadt zu erleben. Im Morgengrauen zogen Nebelschwaden durch die Täler des Dschungels und allerlei Tiere zirpten und zwitscherten als der Dschungel langsam erwachte. Nachdem die ersten Sonnenstrahlen den Dschungelwald trafen, erschraken wir, da plötzlich schrecklich lautes Gebrüll durch den Dschungel hallte. Zuerst dachten wir an lebensgefährliche Raubtiere, aber unser Guide erklärte uns, dass es sich lediglich um harmlose Brüllaffen handelte. Nach dem Sonnenaufgang besichtigten wir noch weitere Maya Ruinen in Tikal, z.B. den Grand Plaza mit dem Jaguartempel.

Wieder zurück im Hotel lernten wir die Schattenseiten der Nebensaison kennen. Da es noch sehr früh war, wollten wir Frühstück von der Karte bestellen. Zuerst versuchten wir es mit Toast und Marmelade, aber es gab keinen Toast mehr. Danach Café con Leche (Kaffee mit Milch), aber es gab keine Milch mehr. Schließlich endeten wir mit einem Omelette zum Frühstück. Später erreichte die Mangelwirtschaft ihren krönenden Höhepunkt: Wechselgeld auf 100 Quetzalscheine (10 Euro) konnte nicht herausgegeben werden, mit Kreditkarte konnte nicht bezahlt werden und Dollarmünzen wurden nicht angenommen (obwohl die Preise auf der Karte in Dollar aufgeführt wurden). Schließlich gingen sogar Avocado und Schinken aus, aber was soll’s, dafür hatten wir die Pyramiden fast für uns alleine. 🙂

Da der Aufenthalt in Tikal recht teuer war, fuhren wir heute weiter nach Rio Dulce. Wir checkten hier im Hostel Backpacker direkt am Fluss ein und entluden wie üblich unsere Motorräder. Schließlich ging es daran, die Motorräder auf einen sicheren Parkplatz nebenan zu fahren. Da es nur eine kurze Strecke war, fuhren wir ohne Helm und Handschuhe und Carmen befestigte ihr Motorradschloss am Lenker. Ungeschickterweise verklemmte sich das Schloss in der Kurve, so dass Carmen nicht mehr lenken konnte und in eine Mauer fuhr. Carmen ist zum Glück nichts passiert, jedoch hat sich das Cockpit an Carmen’s Motorrad leicht verzogen und ein Spiegel ist abgebrochen. Das Motorrad ist aber immer noch fahrbereit und wir hoffen, den Spiegel wieder anschweissen zu können.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Ein Weg mit Hindernissen

Da wir noch nicht genau wussten, wo wir übernachten würden, fuhren wir sehr früh los, um uns alle Optionen offen zu halten. Sicher war nur, dass wir Richtung Flores wollten, um die Maya Pyramiden bei Tikal zu besichtigen. Mit der Navigation hatten wir wieder ein paar Problemchen, dieses Mal allerdings, weil weder das Navi noch die ADAC Karte eine direkte Straßenverbindung nach Tikal kannten. Sowohl GoogleMaps als auch die örtlichen Taxifahrer waren jedoch fest der Meinung, dass es eine asphaltierte Straße direkt nach Tikal geben sollte. Also vertrauten wir dem Erfahrungsschatz der örtlichen Taxifahrer und nahmen die 9 nach Tikal.

Nach circa einer Stunde problemloser Fahrt versicherten wir uns nochmal bei einem älteren Guatemalteken, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Die gute Nachricht war, dass dem so war. Die schlechte Nachricht drückte er in dem kurzen Satz ‚Hoy no pasa‘ aus, was soviel heisst wie ‚Heute keine Durchfahrt‘. In unserem gebrochenen Spanisch haben wir nur verstanden, dass es eine Barriere auf der Straße geben sollte. Wer uns kennt, weiss wie’s weiter geht: Wir fuhren natürlich trotzdem auf dieser Straße weiter. Dazu muss man sagen, dass der Umweg uns einige Stunden Fahrt gekostet hätte, so dass wir an demselben Abend nicht mehr in Tikal angekommen wären. So fragten wir uns die nächsten Kilometer, was für eine Art Barriere wohl auf uns warten würde.

Das erste Hindernis auf das wir stiessen, war eine weggebrochene Straße. Dieses Hindernis liess sich jedoch sehr einfach überwinden. Einige Zeit später kamen wir an das Ende einer Schlange wartender LKWs. Als wir an diesen vorbeifuhren sahen wir die eigentliche Barriere: Eine Demonstration inklusive kompletter Straßensperrung, strategisch gut gelegen an einer kleinen Brücke. Auf Nachfrage sagte man uns, dass die Demo noch 3 bis 4 Stunden dauern würde. Wir hatten uns schon mit der Situation abgefunden, als uns einige Einheimische vorschlugen, die Motorräder seitlich vorbei an der Barriere über die Brückenbegrenzung zu heben. Nachdem wir unsere Bedenken geäußert hatten und uns die Einheimischen ihre Hilfe anboten, stimmten wir dem Vorschlag zu. Wir fuhren also bis an die Barriere heran und hoben die Motorräder mit Hilfe dreier Dorfbewohner über die Brückenbegrenzung. Das erste Hindernis war überwunden! Doch es folgte schon das Nächste. Ein paar Meter später war die Straße durch einen Baumstamm gesperrt. Hier konnten wir allerdings den Aufpasser überzeugen, uns passieren zu lassen. Es folgten noch weitere kleinere Absperrungen, die wir jedoch einfach umfuhren.

Der weitere Weg nach Tikal verlief abgesehen von heftigen Regenfällen problemlos. Daher beschlossen wir auch, direkt in den Nationalpark zu fahren, um in der Jungle Lodge, die direkt neben den Pyramiden gelegen ist, zu übernachten. Da wir in der Nebensaison reisen, hatten wir freie Zimmerwahl, d.h. eigentlich waren wir die einzigen Gäste in der ganzen Lodge.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Stürze im Paradies

Am nächsten Tag erwartete uns wieder eine lange, anstrengende Tour, die uns über Guatemala City nach Coban führte. Anders als gedacht, waren die Straßen Guatemalas in einem recht guten Zustand. Nur gelegentlich waren Straßenabschnitte aufgrund der Umwelteinflüsse weggerissen, was jedoch immer gleich durch Bautrupps behoben wurde. Die Baustellenabschnitte waren jedoch teilweise recht abenteuerlich zu fahren. Interessanterweise scheint es in Guatemala keine Schilder für Geschwindigkeitsbegrenzungen zu geben. Stattdessen wird das gerade geltende Tempolimit durch die Anzahl der Speedbumps pro Streckenabschnitt erzwungen. Also zum Beispiel befinden sich in der gefühlten Tempo 30 Zone alle 20 Meter ein Speedbump, während in der angenommenen Tempo 50 Zone vielleicht alle 100 Meter ein Speedbump angelegt ist.

Ein weiteres Phänomen waren die mit Öl verschmutzten Straßen in Guatemala City. Während unserer Irrfahrt bei strömenden Regen durch die Hauptstadt ist es dann passiert: Micha rutschte mit dem Bike auf dem glitschigen Öl-Wassergemisch in einer Kurve aus und stürzte. Während sich das Motorrad über ihm auf der Fahrbahn drehte, wunderte sich Micha schon, warum er denn nicht langsamer wurde. Stattdessen rutschte er samt Bike die Straße entlang. Glücklicherweise ist weder Micha noch dem Bike etwas passiert. Mit dem Schrecken in den Knochen fuhren wir den Rest der Strecke durch Guatemala City extrem vorsichtig, da wir immer wieder Regenbogen-farbiges Öl-Wassergemisch auf der Fahrbahn erkennen konnten.

Abends kamen wir dann sicher in Coban an. Coban ist nicht gerade ein Highlight Guatemalas aber ein guter Startpunkt für verschiedene Ausflüge. So buchten wir für den nächsten Tag eine Tour nach Semuc Champey. Semuc Champey ist ein Muss für jeden Guatemala Reisenden. Es handelt sich hierbei um eine natürlich entstandene Ansammlung von türkisgrünen Wasserbecken, die durch den Rio Cahabon gespeist werden. Die Becken sind nicht nur schön anzusehen, sondern es macht auch Riesenspaß von Pool zu Pool zu springen und in kleine Grotten am Rande der Pools zu tauchen.

Die Tour ging weiter zu den Grutas de Lanquin. Leider hatten wir unsere Taschenlampen vergessen, so dass wir bei Kerzenlicht die komplett dunklen Höhlen erkunden mussten. Das Ganze kam uns nicht ganz ungefährlich vor, da der Boden der Höhlen extrem rutschig war. Wir beendeten den perfekten Tag im Restaurant ‚El Bistro‘ mit leckerer Pizza und vegetarischer Calzone für Carmen.

Heute machen wir einen Tag Pause hier in Coban, um uns für die lange Weiterfahrt nach Flores auszuruhen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

¡Viva Mexico! ¡Viva Guatemala!

Die nächsten Tage verbrachten wir in San Cristobal de las Casas. Eigentlich haben wir so gut wie nichts unternommen, außer in Cafés und Restaurant das leckere mexikanische Essen zu geniessen. Besonders lecker war der Kaffee und die kleinen Kuchenstücken in San Cristobal. Carmen hat die Zeit zudem genutzt, um sich auf dem Markt umzusehen und neu einzukleiden. Hier fand sie endlich ihre lang gesuchte Aladinhose.

Im Hostel in San Cristobal lernten wir die deutsche Studentin Eva kennen, die ihre Semesterferien zum Spanisch lernen in Mexiko verbringt. Mit ihr verbrachten wir den mexikanischen Nationalfeiertag, den 15. September, indem wir auf dem Straßenfest essen waren und uns abends die Live Bühnenshow zur mexikanischen Unabhängigkeit ansahen.

Nach längerem Überlegen entschieden wir uns zu einer weiteren Planänderung. Statt über die heisse Yucatan Halbinsel nach Belize zu fahren, wollten wir direkt nach Guatemala aufbrechen. Also packten wir wieder sehr früh unsere Sachen zusammen und waren sehr erfreut, dass der Hotelbesitzer Erik extra für uns früh aufstand, um uns Frühstück zu machen. Erik war nicht nur sehr nett, sondern auch ein super Koch, dessen Frühstück bisher mit Abstand das beste dieser Reise war.

Nach 2.5 Stunden auf der offiziellen Panamericana (Mex 190) kamen wir in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Cuauhtemoc kurz vor Guatemala an. Zur Ausreise mussten wir unsere Motorräder wieder offiziell aus Mexiko exportieren, um die US$ 300 Kaution zurückzubekommen. Bisher hatten wir noch keine Begegnungen mit korrupten mexikanischen Beamten, dies sollte sich an der Grenze jedoch leider ändern. Touristen, die länger als sieben Tage in Mexiko bleiben, müssen 294 Pesos (US $24) Gebühr zahlen. Diese Gebühr muss man spätestens während der Ausreise bezahlen. Wir hatten die Gebühr allerdings bereits während der Einreise beglichen. Dies interessierte den Beamten jedoch nicht und er verlangte erneut die 294 Pesos von Micha. Als Micha dem Beamten einen 500 Pesos Schein gab, steckte er diesen in seine Tasche und gab 200 Pesos aus seiner Hosentasche zurück. Erst auf die Nachfrage nach einer Quittung, sagte der Beamte, dass es diese nur in der Bank nebenan gäbe und Micha dafür dort bezahlen müsste. Der Bankbeamte bestätigte dann allerdings, dass die Gebühr bereits bei der Einreise bezahlt wurde und keine weiteren Gebühren notwendig sind. Im Gegensatz zur Ausreise aus Mexiko, verlief die Einreise nach Guatemala ohne Probleme. Es war noch nicht einmal notwendig, eine Versicherung für die Motorräder abzuschliessen.

Nach ca. 2 Stunden Aus-/Einreiseprozedur konnten wir unsere Reise auf der Panamericana durch die wunderschöne Berglandschaft Guatemalas fortsetzen. Da am 15. September auch in Guatemala Unabhängigkeitstag gefeiert wird, waren alle Dörfer mit blau-weissen Wimpeln geschmückt und überall fanden Sportveranstaltungen, wie Radrennen und Fußballturniere statt. Gegen Abend kamen wir bei strömenden Regen in Xela, der zweitgrößten Stadt Guatemalas, an.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Unterwegs im Land der Aufständischen

Eigentlich wurde uns aufgrund der politischen Lage abgeraten, durch die Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas zu fahren. Daher haben wir uns am Montag direkt auf den Weg dorthin begeben. 🙂 Unser mehrstündige Irrweg nach Oaxaca de Juarez führte uns zunächst an dem noch aktiven Vulkan Popocatepetl vorbei, der von den Einheimischen liebevoll „El Popo“ genannt wird. Weiter ging es auf der Libre Strasse 131, die sich ganz unerwartet als kurvige Bergstrasse erwies. Erstaunlicherweise war die Strasse in einem sehr guten Zustand und wenig befahren, so dass es riesigen Spass gemacht hat, ihrem kurvigen Auf und Ab zu folgen. Ziemlich erschöpft kamen wir abends in Oaxaca de Juarez an. Nachdem wir die Motorräder durch die viel zu enge Eingangstür des Hostels manövriert hatten, fielen wir ohne Abendessen in die Betten. Die Erschöpfung hielt auch am nächsten Tag noch an, so dass wir zu nicht viel ausser einer kurzen Stadtbesichtigung gekommen sind.

Zum Glück wussten wir nicht, was uns Tags darauf erwarten würde, denn am folgenden Tag stand eine der bisher anstrengendsten Etappen an. Der Plan war an einem Tag die 620 km bis nach San Cristobal de las Casas zu fahren. Da uns gesagt wurde, dass schon der Bus 12 Stunden für die Tour benötigt, standen wir morgens um 6:30Uhr auf und brachen schlussendlich gegen kurz vor 8 auf. Da wir ein Hostel für die Nacht in San Cristobal vorgebucht hatten, waren wir sehr motiviert dort auch vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen. Wir wählten die Libre 190 für die Tour, die sich zu unserer Freude wieder als äusserst kurvige Strasse mit vielen Pässen erwies. An sich war die Libre 190 in einem sehr guten Zustand. Allerdings musste man sich schon sehr vorsehen, da unerwartet riesige Schlaglöcher und Dreck auf der Fahrbahn auftraten oder Kamikaze-Tuk Tuks mit voller Geschwindigkeit die Fahrbahn kreuzten. Der Abschnitt zwischen Chiapas de Corzo und San Cristobal gefiel uns am besten. Die Gebirgslandschaft mit Blick auf die Tropenwälder im Tal war atemberaubend und die Fahrt führte durch zahlreiche kleine, ursprüngliche, mexikanische Bergdörfer. Trotz der schönen Strecke waren wir nach 10,5 Stunden Fahrt ohne Pause doch froh endlich am Hostel angekommen zu sein, wo wir von dem Hostelbesitzer und seinem Hund gleich fröhlich empfangen wurden.

Nach dieser Strapaze mussten wir uns erstmal stärken und gingen daher in das Restaurant Tierra Adentro. Die Besitzer des Restaurants unterstützen die Bewegung der Zapatisten („Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung“), was man auch an der Dekoration und den Wandbildern erkennen konnte. Carmen gefiel besonders das vielfältige Angebot an vegetarischem Essen, da sie seit der Magenprobleme in Baja California zum Vegetarier mutiert ist.

Zum Abschluss des Abends kehrten wir in der Cafe Bar Revolucion ein, wo jeden Abend Live-Bands spielen. An diesem Abend war Blues angesagt, der sich allerdings als relativ rockiger Blues entpuppte. Der erste Eindruck von San Cristobal war so gut, dass wir beschlossen haben bis zum 15. September, dem Unabhängigkeitstag, hier zu bleiben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Mit falschen Papieren ins Reich der Maya

Nach einem weiteren Tag in Guanajuato brachen wir nach einem leckeren Frühstück mit Käsetacos auf in Richtung Mexico City. Unser Ziel war die Mayastadt Teotihuacan. Micha war an diesem Tag mit dem Vorfahren dran und nutzte wie üblich sein Garmin Navi. Mit dem Garmin Navi und den kostenlosen OpenStreet Maps Karten zu fahren, erwies sich dabei als äußerst schwierig, da die Karten unvollständig sind (z.B. keine Einbahnstraßen kennen) und das Navi entweder Mautstraßen bevorzugt oder riesige Umwege einplant. So brauchten wir trotz Vorbereitung mit Google Maps ungefähr eine Stunde nur um aus Guanajuato rauszukommen.

Die Weiterfahrt gestaltete sich nicht viel einfacher. Schließlich gab Micha auf, dem Garmin den teilweise kostenlosen Google Maps Weg aufzuzwingen und folgte dann wiederwillig den Mautstraßen, was uns eine Unmenge an Mautgebühren kostete. Ziemlich entnervt kamen wir dann am Rande von Mexico City an und versuchten den Weg durch das Straßengewirr nach Teotihuacan zu finden. Zu allem Überflüss hielt uns dann auch zweimal kurz hintereinander die Polizei an, um unsere Papiere zu kontrollieren. Dabei gaben wir den Polizeibeamten wie üblich nur die Kopien unserer Fahrzeug- und Führerscheine, was bisher auch prima geklappt hatte. Die Polizei in Mexico City scheint jedoch etwas besser informiert zu sein und so fragte uns ein Polizist: „…original o copia?“. Daraufhin stellten wir uns dumm und antworteten: „Do you speak English?“, woraufhin der Polizist genervt aufgab und uns weiterfahren liess.

Über hostelworld.com hatten wir ein das Hotel „Villa Teotihuacan“ gebucht. Das Hotel hat eine super Lage, kaum geht man aus dem Ausgang heraus, sieht man bereits die Maya Pyramiden. Die gute Lage hat allerdings seinen Preis, so zahlten wir nach etwas verhandeln ca. 19 € pro Person und Nacht, was für mexikanische Verhältnisse sehr teuer ist. Allerdings haben wir für den gleichen Preis in Kalifornien im billigsten Motel 6 übernachtet und in Kanada sogar nur gezeltet (ohne Dusche!). Den Abend verbrachten wir bei einem Glas Wein und Nachos mit Guacamole in der Hotelbar. Dort trafen wir eine italienische Familie und ein mexikanisches Paar, mit denen wir uns einige Stunden in einem spanisch – englischen Sprachmix unterhielten.

Sonntags ist der Eintritt zu den Pyramiden für Mexikaner kostenlos. Da wir ausgerechnet heute, am Sonntag, die Pyramiden besuchen wollten, standen wir morgens kurz nach 6 Uhr auf, um gegen 7:30 Uhr auf dem Gelände der Pyramiden zu sein und so den erwarteten Ansturm an Mexikanern zu vermeiden. Dieser Plan ging auf und so hatten wir die Mayastadt, mit der Sonnen- und Mondpyramide, für ein paar Stunden fast für uns alleine. Als erstes kletterten wir auf die Sonnenpyramide, um ein paar obligatorische Springfotos zu machen und gingen dann über die Straße des Todes hinüber zur Mondpyramide. Um unseren Durst an kulturellen Informationen zu stillen, gingen wir anschließend ins Teotihuacanmuseum und erfuhren dort, dass die Pyramiden bereits vor fast 2000 Jahren gebaut wurden.

Gegen Mittag kam dann der erwartete Ansturm an Mexikanern. Daraufhin verliessen wir die Mayastätte und verbrachten den Rest des Tages relaxend am Pool unseres Hotels.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Guanajuato – von Hügeln, Fröschen und Mumien

In Mexiko gibt es kostenlose Strassen und Mautstrassen. Die Mautstrassen sind meist sehr gut ausgebaut und bilden eine schnelle Verbindung zwischen grossen Städten. Die kostenlosen Strassen, sogenannte Libre Strassen, sind meist in etwas schlechterem Zustand und führen durch zahllose Dörfer hindurch. Zudem kommt man langsamer voran, da sie teilweise durch LKWs verstopft sind. Da wir genügend Zeit hatten und keine Mautgebühren zahlen wollten, versuchten wir auf Libre Strassen nach Guanajuato zu fahren. Aufgrund der extrem schlechten Strassenbeschilderung, falls überhaupt vorhanden, fiel uns dies jedoch schwerer als gedacht. Nach einigen Umwegen und einigen Stunden Fahrt kamen wir dann schliesslich in Guanajuato an. Wir hatten bereits ein B&B vorgebucht, so dass uns die Suche nach einer Unterkunft erspart blieb. Unsere Unterkunft liegt direkt an der Panoramica, der Panoramastrasse, die an den zahlreichen Hügeln von Guanajuato entlang führt.

Von diesen Hügeln hat Guanajuato auch seinen Namen. Der Name der Stadt kommt aus der Purépecha-Sprache und bedeutet soviel wie „hügeliger Platz der Frösche“. Die Stadt ist zudem von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden. Nach einem ersten kurzen Besuch der Stadt am Abend konnten wir dies auch gut nachvollziehen. Überall in der Stadt gibt es bunte, kleine Häuser, enge Gassen und eine Vielzahl an alten historischen Gebäuden. In den Gassen findet man viel kleine Läden, nette Restaurants und Bars. Zudem gibt es mehrere Theater, Museen und eine Universität, so dass auch das kulturelle Leben nicht zu kurz kommt.

Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten, konnten wir an dem ersten Abend jedoch nur an Essen denken. Auf der Suche nach einem netten Restaurant fanden wir eine „Heladeria“ (Eisdiele), in der vor unseren Augen das Eis aus frischen Früchten und Sojamilch frisch hergestellt wurde. Obwohl das Eis nur auf einer eiskalten Fläche mit einem Spachtel gestrichen wurde, war das Eis sehr cremig und extrem lecker! Von dem Eisverkäufer bekamen wir ausserdem den Tipp im Habibi, einem arabischen Restaurant, essen zu gehen, was wir dann auch taten. Es ist zwar etwas komisch arabisches Essen in Mexiko in einem deutsch geführten Restaurant zu essen, aber was soll’s – es war super lecker!

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Sightseeing. Erstes Ziel war das sehr bekannte Mumienmuseum „Museo de las Momias“. Das Musem ist nichts für schwache Nerven. Es werden über 200 Leichen ausgestellt – inklusive Säuglinge und Föten. Die Leichen stammen von dem örtlichen Friedhof und sind noch sehr gut erhalten, da sie durch die optimalen Klima- und Bodenbedingungen zufällig mumifiziert wurden.

Auf dem Rückweg nutzten wir die Gelegenheit mit einer Gondel auf einen Aussichtsberg zu fahren. Von dort aus hatten wir eine tolle Aussicht über die Stadt. Sehr auffällig im Stadtbild von Guanajuato sind die Unmengen an alten Käfern, die durch die Gegend fahren. Dabei sind die Fahrzeuge noch sehr gut erhalten – kein Wunder, da sie bis 2003 in Mexiko hergestellt wurden.

Nicht nur Fahrzeuge deutscher Herkunft findet man hier in der Stadt, sondern auch deutsche kulinarische Köstlichkeiten. Wir staunten nicht schlecht als wir zufällig auf eine Currywurstbude namens „Lecka“ trafen. Neben Currywurst gab es hier auch Bratwurstbrötchen und passenderweise Sushi 😉

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Mexican Wrestling in Guadalajara

Um unser Reisebudget zu schonen, zogen wir am nächsten Tag in ein günstigeres Hostel, dem Hostel „Tequila“, um. Zu unserer Überraschung war nicht nur das Frühstück im Preis eingeschlossen, sondern auch eine kleine Flasche Corona Bier pro Tag. Das Hostel hatte viel Flair, neben einem Swimmingpool gab es überall kleine Loungebereiche zum relaxen.

Weil es uns hier so gut gefiel, blieben wir noch zwei weitere Tag in Guadalajara. Guadalajara hat ein schönes, altes historisches Zentrum mit vielen Kathedralen, alten Kirchen und einem riesigen Markt, in dem man alles von Früchten bis hin zu lebenden Haustieren kaufen konnte.

Am letzten Abend in Guadalajara besorgten wir uns Tickets für das hier sehr populäre Mexican Wrestling. Uns wurde gesagt, dass uns ein Bus abends abholen würde. Wir wussten jedoch nicht, dass es sich hierbei um eine Art Partybus handelte. Im Bus gab es eine kleine Bar mit Barkeeper und einen DJ der spanische Salsa Musik auflegte. Im Laufe des Abends wurde die Stimmung im Bus immer ausgelassener und irgendwann hielt es keinen mehr auf den Bänken und alle tanzten zur Musik.

Beim Mexican Wrestling handelt es sich wie beim Wrestling üblich um einen Showkampf, bei dem weder Kämpfe noch Ergebnisse echt sind, sondern inszeniert werden. Bei den Kämpfen trafen zwei Teams aufeinander. Ein Team trug spezielle Wrestlingmasken, während das andere Team ohne Masken antrat.  Auch das Publikum war in zwei Teams aufgeteilt: Die ‚Armen‘ und die ‚Reichen‘ (die Eintrittskarten der ‚Reichen‘ kosteten doppelt soviel wie die der ‚Armen‘ ). Jeweils eine Gruppe des Publikums unterstützt je ein Team im Ring, d.h. die maskierten bzw. die unmaskierten Kämpfer. Während die Kämpfer im Ring ihre Show darboten, beschimpften sich die beiden Gruppen im Publikum mit den verschiedensten spanischen Schimpfwörtern. Hier konnten wir unsere Spanischkenntnisse um einiges aufbessern. 😉 Aber auch auf Publikumsseite war alles nur eine Show. Die Stimmung war sehr gut und die Leute lachten herzhaft über die Beleidigungsversuche des jeweils anderen Teams. Einziger Wermutstropfen während der Veranstaltung war, dass wir keine Kameras mitbringen durften. Daher musste leider das Handy zum Fotografieren ausreichen.

Das Mexican Wrestling war ein super Abschied von Guadalajara. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Guanajuato, einer etwas kleineren Stadt zwischen Guadalajara und Mexico City.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Musikfestival in Guadalajara

Das Klima in Mazatlan ist zu dieser Jahreszeit unerträglich. Es sind zwar nur 35 Grad, dafür aber über 70% Luftfeuchtigkeit. Innerhalb weniger Minuten waren wir beide bis auf die Socken durchgeschwitzt. Daher verliessen wir das klimatisierte Hotelzimmer in Mazatlan erst abends, um das bisher beste Essen (frischer Fisch und Shrimps) und den Sonnenuntergang am Strand zu geniessen.

Da wir keine Lust hatten, einen weiteren Tag im Hotel zu verbringen, sattelten wir am nächsten Morgen unsere Motorräder und fuhren nach Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos. Was wir nicht wussten ist, dass in Guadalajara an diesem Wochenende ein großes Open Air Musikfestival stattfindet. Daher waren die ersten Hotels bei denen wir nachfragten bereits ausgebucht. Glücklicherweise fanden wir schließlich ein Zimmer in einem Hotel direkt im Zentrum neben der Festivalmeile.

Nach einer kurzen Dusche stürzten wir uns dann ins Getümmel. Es gibt mehrere Livebühnen auf der Festivalmeile auf denen Bands verschiedener Musikrichtungen spielen, von mexikanischem Rock bis Techno war alles dabei. Die Menge feierte ziemlich ausgelassen und das Straßenbild erinnerte ein wenig an die Love Parade in Berlin. Überall gab es kleine Essensstände, nette Bars, Liveperformances und der Geruch von Joints lag in der Luft. Auf uns beide macht die Stadt einen sehr sympatischen ersten Eindruck. 😉

Direkt neben unserem Hotel befindet sich eine Villa, die in einen Technoclub umgewandelt wurde. Die offene Terrasse im obersten Stockwerk wurde komplett als Tanzfläche benutzt. Hier konnte Carmen eine Workoutsession einlegen, indem sie ein paar Stunden abtanzte.

 

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

¡Adios Baja California!

Unsere Tage in Baja California neigten sich langsam dem Ende zu. Für Donnerstag hatten wir Fährtickets zum Mexiko Festland gekauft. Daher machten wir uns am Mittwoch auf den Weg nach La Paz. Um nicht die gleiche Strecke zweimal zu fahren, wählten wir dieses Mal die westlich gelegene Küstenstraße über Todos Santos.

Am Nachmittag kamen wir in La Paz an und brauchten ein bißchen um ein geeignetes Hotel zu finden. Bei der Suche unterstützte uns sogar die örtliche Polizei mit einigen Tips und schenkte uns eine Stadtkarte von La Paz. Dass wir beide währenddessen mitten auf einer Kreuzung im absoluten Halteverbot standen, schien den Polizisten nicht zu stören. Schließlich checkten wir im ‚Dos Missionares‘ im Zentrum von La Paz für nur 8 € pro Person und Nacht ein. Inzwischen machen wir uns doch etwas mehr Gedanken um die Sicherheit unserer Motorräder. Daher waren wir angenehm überrascht, als wir die Motorräder direkt durch die Eingangstür in den Aufenthaltsbereich fahren durften.

Während einer kurzen Stadtbesichtigung kündigte sich ein Hitzegewitter an. Gerade noch rechtzeitig kamen wir wieder im Hotel an, bevor es wie aus Eimern zu schütten begann. In kürzester Zeit waren die Straßen komplett überflutet und verwandelten sich in Flüsse. Jetzt wurde uns auch klar, warum die Bürgersteige stellenweise kniehoch waren. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, gingen wir zum Abendessen in ein kleines Restaurant direkt am Strand, von dem wir sogar den malerischen Sonnenuntergang sehen konnten.

Am nächsten Morgen ging’s dann zum Fährhafen Pichilingue. Da wir viel zu früh angekommen waren, verbrachten wir die Wartezeit in einem nahegelegenen Strandrestaurant. Der Kellner war sehr nett und beschrieb die Herstellung typischer, mexikanischer Gerichte. Trotz unseren noch etwas andauernden Magenproblemen gingen wir das Risiko ein, das hier typische Gericht ‚Ceviche‘ zu probieren. Ceviche besteht aus rohem Fisch, der in Limettensaft mariniert wird. Durch diesen Prozess erhält der Fisch eine ähnliche Konsistenz als hätte man ihn gekocht. Er wird mit kleingeschnittenen Tomaten, Zwiebeln und Kräutern vermischt und mit Tacos und verschiedenen Salsa Saucen serviert. Wir fanden das Ceviche beide sehr lecker und hatten wider Erwarten auch keine zusätzlichen Magenprobleme. 😉

Um 15 Uhr war es dann endlich soweit und wir fuhren pünktlich zum Ladungsbeginn zur Fähre. Was wir jedoch nicht wussten war, dass Motorräder ganz zum Schluss verladen werden. Daher verbrachten wir weitere zwei Stunden wartend am Fährhafen. Man wies uns an, unsere Motorräder in das untereste Deck ganz vorne im Bug abzustellen. Auf unsere Nachfrage hin, wie die Motorräder zu befestigen seien, wurden wir erstaunt gefragt, ob wir denn keine Zurrgurte mitführen würden. In unserer Naivität hatten wir natürlich angenommen, dass alles was zum verzurren benötigt wird, von der Fährfirma selbst gestellt wird. Wie in Mexiko üblich, wurde daraufhin etwas improvisiert und ein Mitarbeiter kam mit einigen schweren Stahlketten an, mit denen die Motorräder dann über die Sitzbank hinweg am Boden angekettet wurden. Uns blutete das Herz als wir mitansehen mussten, wie man an unseren Motorrädern mit schweren Ketten hantierte.

Die Fährüberfahrt war im Großen und Ganzen recht ereignislos. Carmen vertrieb sich einige Zeit mit einer mexikanischen Familie und versuchte ihre neugewonnene Spanischkenntnisse mit mäßigem Erfolg anzuwenden. Um Geld zu sparen hatten wir nur zwei Sitzplätze in einem Saal gebucht. Die Menge an Leuten in diesem Saal und die konstant auf Spanisch laufenden Hollywood Comic Verfilmungen taten ihr Übriges, um ein erholsamen Schlaf zu verhindern.

Ziemlich gerädert kamen wir in Mazatlan an und suchten uns bei furchtbarem tropisch feuchtheissen Wetter ein Hotel. Diese Art Wetter ist für uns beide kaum zu ertragen, so dass wir wahrscheinlich das ursprünglich geplante Ziel Puerto Vallarte auslassen und stattdessen direkt nach Guadalajara fahren werden. Wir hoffen, dass dort Hitze und Luftfeuchtigkeit angenehmer für uns sind.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Cabo San Lucas – Touristenmetropole am Land’s End

Gestern abend trafen wir dann in Cabo San Lucas ein, der südlichsten Stadt von Baja California. Das Gebiet wird auch ‚Land’s End‘ genannt, da eine gedachte Linie von hier Richtung Süden erst in der Antarktis wieder auf Land treffen würde. Die Hotels in der Stadt sind sehr nobel, daher war es für uns gar nicht so einfach, eine relativ günstige Unterkunft zu bekommen. Schließlich checkten wir in einem Zimmer für 17 € pro Person im Zentrum ein.

Als wir uns abends ein bißchen die Stadt anschauen wollten, wurden wir gleich an einer Strassenbar von einem Mexikaner angesprochen. Er trank dort ein Bier mit seinem russischen Kumpel. Da er sehr sympathisch wirkte und zudem perfekt englisch sprach, gesellten wir uns zu ihm. Später zeigte er uns die Partymeile der Stadt und wir gingen tanzen. Obwohl er am nächsten Morgen um 7 Uhr aufstehen musste, wollte er gar nicht aufhören, Party zu machen und so waren wir es, die schwächelten als wir uns gegen Mitternacht von ihm verabschiedeten.

Zu unserer Freude gibt es hier auch einen Starbucks. Das heisst, wir konnten am nächsten Morgen endlich mal wieder anständig frühstücken. 😉 Das mexikanische Essen ist zwar sehr lecker, allerdings gibt es morgens, mittags und abends nur Tacos oder Burritos.

Nach dem Frühstück suchten wir uns ein Wassertaxi für $7 pro Person, um zum El Arco de Carbo San Lucas zu fahren. Der „El Arco“ ist eine natürliche Felsformation, die zugleich den Übergang zwischen Pazifik und Golf von Kalifornien darstellt. Den Rest des Tages nutzten wir, um die Stadt noch etwas zu besichtigen und das Leben zu geniessen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road