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Unterwegs in Pablos City

Am nächsten Morgen beschlossen Steve, Roy, Jacek und ich in die nahegelegene BMW Werkstatt zu fahren, um Öl und ggf. Reifen wechseln zu lassen. Ich war etwas skeptisch, ob die Werkstatt spontan 4 Bikes an einem späten Samstag Nachmittag annehmen würde. Um so überraschter war ich, dass dies kein Problem für die Werkstatt darstellte und wir um 13 Uhr die Bikes gewartet wieder zurück hatten. An meinem Motorrad ließ ich nur einen Ölwechsel machen und kaufte einige Ersatzteile wie neue Bremsbelege, Kette, Kettenritzel und einen Schlauch. Die Ersatzteile waren erwartungsgemäß recht teuer, die Arbeitskosten für den Ölwechsel jedoch recht günstig.

Nachmittags ging ich dann mit Chris und Marjolein auf Sightseeing-Tour. Wir schauten uns Pueblito Paisa an, ein winziges Dorf auf einem Hügel innerhalb der Stadt, von dem man eine tolle Sicht über Medellin hat. Danach gings weiter mit der Metro in die Altstadt von Medellin. Meiner Meining nach gibt es im Stadtzentrum, abgesehen von den „Botero“ Skulpturen, nicht viel zu sehen. Die Altstadt ist hektisch und mit Menschenmassen und Strassenhändlern komplett überfüllt. Die „Botero“ Skulpturen sind jedoch sehenswert – inbesondere die Botero Friedensvögel. Die erste Friedensvogel-Skulptur wurde 1995 von einem Guerillakämpfer durch eine Bombe zerstörrt, wobei 12 Menschen ums Leben kamen. Botero erstellte daraufhin eine neue Friedensvogelskulptur und plazierte sie direkt neben den zerstörrten Friedensvogel, den er als Mahnmal stehen ließ.

Nach der Sightseeing-Tour durch Medellin trafen wir uns wieder mit den anderen zum Abendessen beim Italiener. Zwei weitere Motorradreisende aus England und Harry, den wir bereits von der Segeltour mit der Stahlratte kannten, sind später zu unserer Gruppe gestossen und wir erkundeten alle zusammen die Bars und Clubs in Medellin. Es war einfach ein super Abend!

Ich konnte Medellin natürlich nicht verlassen ohne das Grab von Pablo Escobar, dem berühmten Drogenbaron in Medellin, gesehen zu haben. Das Grab befindet sich auf einem Friedhof am Rande der Stadt und ist recht schlicht gehalten. Erstaunlich fand ich die Zustimmungsbriefe, die fast 20 Jahre nach dem Tod Pablos noch immer noch um das Grab herum lagen. Dies hat vermutlich etwas damit zu tun, dass Pablo trotz seiner kriminellen Machenschaften viel für die arme Bevölkerung Medellins getan hat.

Nach dem Besuch von Pablos Grab bereiteten sich alle auf die Weiterfahrt am nächsten Morgen vor. Die beiden Holländer Chis und Marjolein hatten Bogota als nächstes Ziel, da sie dort einen Termin für den Service ihrer BMWs hatten. Steve, Roy, Jacek und ich beschlossen in die Berge Richtung Cartago bzw Kali weiterzureisen. Nach einem Abschiedsfoto am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege.

Beitrag von: carmen.on.the.road

Abschied von der Karibikküste

Ich hatte mich entschlossen mit den Motorradreisenden Roy, Steve, Jacek, Chris und Marjolein, die wir auf der Stahratte kennengelernt hatten, weiter Richtung Norden entlang der Karibikküste nach Taganga zu fahren. Da die Ausstellung der Kfz-Versichungsscheine bis Mittags dauerte, kamen wir jedoch erst am frühen Nachmittag los. Ganz traurig war ich über die späte Abreise nicht, da wir den Abend zuvor bis in die frühen Morgenstunden Salsa getanzt hatten bzw. es versucht hatten 🙂 und ich am Vormittag dementsprechend kaputt war.

Nachdem wir die Motorräder aufgetankt hatten, machten wir uns auf den Weg. Ich habe während der ersten Kilometer in jedem neuen Land immer ein komisches Gefühl im Bauch, da ich nicht weiss, was mich wohl erwarten würde. In Kolumbien verflog dieses Gefühl jedoch sehr schnell. Die Hauptstrassen sind im Vergleich zu Zentralamerika sehr gut und die Mautstrassen sind für Motorradfahrer kostenlos. Der Verkehr in den grossen Städten ist jedoch sehr chaotisch. Die Autos fahren dicht gedrängt und extrem viele Moppedfahrer zwängen sich durch die kleinsten freien Spalten. Wir hatten einige Mühe in dem Gedränge durch die Stadt Barranquilla uns nicht zu verlieren. Erst nach Eintritt der Dunkelheit kamen wir an unserem Ziel in Taganga an. Wir checkten in einem kleinen Hostel mit Parkmöglichkeiten für die Bikes ein und ließen uns Pizza liefern, da es draußen mittlerweile in Strömen regnete.

Am nächsten Morgen fuhren wir an den Strand Tagangas und frühstückten in einer Strandbar direkt am Meer. Die Gegend um Taganga ist super schön. Wenn wir nicht alle gerade im Insel- und Strandparadies San Blas gewesen wären, hätten wir hier an der Karibikküste Kolumbien sicherlich noch einige Zeit verbracht. So fuhren wir nach dem Frühstück weiter nach Süden bis nach Aguachica. Die Stadt selbst war nicht wirklich umwerfend, jedoch fanden wir ein nettes Hostel, das uns von einem polnischen Pärchen, das seit 15 Monaten durch Südamerika reist, empfohlen wurde. Am Abend tauschten wir Reisetipps mit den beiden polnischen Reisenden aus und ließen den Abend ruhig ausklingen, um am nächsten morgen wieder fit zu sein für die Weiterfahrt nach Medellin.

Wir fuhren schon morgens um 7Uhr los, um die ca. 470 km nach Medellin an einem Tag zu schaffen. Ansich stellen 470 km am Tag kein Problem dar, jedoch befanden sich auf dieser Hauptroute Unmengen an LKWs auf der Strasse. Wir verbrachten Stunden damit, hunderte Lastwagen zu überholen. Erst bei Puerto Berrio verbesserte sich die Situation und wir fuhren die letzten 200 km auf einer ruhigen, gut asphaltierten, kurvigen Bergstrasse. In Medellin angekommen, begann das Verkehrschaos von Neuem. Wir versuchten uns durch den Stau, zwischen Autos und Moppedfahrern, zu schlängeln, aber dies gelang nur bedingt. Einmal blieb ich mit einer meiner Gepäckrollen an einem Autospiegel hängen – zum Glück nur mit der Gepäckrolle und nicht mit den Koffern, so dass nichts passierte.

In Medellin nahmen wir das erstbeste Hotel mit Parkmöglichkeiten für die Bikes. Wir checkten im Happy Buddha im 6-Mann-Zimmer mit Doppelstockbetten ein. Das Hotel entpuppte sich zu unserer Freude als sehr gepflegte, chillige und stylische Unterkunft direkt neben der Restaurant- und Barmeile der Stadt.

Beitrag von: carmen.on.the.road

Viele Wege führen von Cartagena nach Supia

Aufgrund der Import- und Versicherungsprobleme bei der Einreise in Kolumbien mussten wir einen Tag länger in Cartegena bleiben. So hatten wir die Gelegenheit, uns die Stadt noch etwas weiter anzuschauen. Zusammen mit Aron und Serafina gingen wir zur Festung San Felipe. Dort angekommen stellten wir fest, dass der Eintritt ziemlich teuer ist und es zudem viel zu heiss war, um die Festung zu besichtigen. Also schauten wir uns stattdessen weiter das alte Stadtzentrum mit den vielen Restaurants und Cafes an.

Abends trafen wir uns mit den anderen Bikern zu einem letzten gemeinsamen Abendessen auf einem Platz im Zentrum der Altstadt. Dort präsentierte eine Gruppe von kolumbianischen Tänzerinnen und Tänzern lokale Tänze. Wir waren sehr erstaunt über die Schnelligkeit mit der die Kolumbianerinnen ihre Hüften bewegen konnten.

Am nächsten Tag ging die Reise weiter. Wir beschlossen jedoch, unterschiedliche Richtungen zu nehmen. Während Micha sich auf den Weg nach Bogota machte, schloss sich Carmen den anderen Motorradfahrern an, um über Taganga und Medellin nach Supia zu fahren. Dort sollten wir uns dann später wieder treffen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Südamerika: Wir kommen!

Da man beim Bau der Panamericana leider 90 km zwischen Panama und Kolumbien, den sogenannten Darien Gap, „vergessen“ hat, muss man sich andere Wege suchen, um nach Südamerika überzusetzen. Wir haben uns für die Stahlratte entschieden, ein über 100 Jahre altes Segelschiff unter deutscher Flagge, welches die Strecke regelmäßig fährt und auch Motorräder mitnimmt.

Die Vorbereitungen zum Segeltörn starteten am 31. Oktober. Wir fuhren zusammen mit 12 anderen Bikern von Panama City an die Bucht von San Blas, von wo aus unsere Motorräder auf die Stahlratte geladen werden sollten. Die Fahrt war atemberaubend. Die Straße führt auf und ab wie eine Achterbahn und stellenweise war der Asphalt weggespült worden und wir mussten durch Geröll und Dreck fahren. Leider war ausgerechnet heute Carmen’s Hinterradbremse defekt, weshalb sie die engen Kurven nur relativ langsam nehmen konnte. ( Micha hatte trotzdem Probleme auf den geraden Strecken an ihr dran zu bleiben 😉 ). Später stellten wir fest, dass das hintere Plastikschutzblech ins Hinterrad gekommen war, dabei zerstört wurde und Stücke davon in die Bremse gelangt waren.

Am Pier wurden wir dann schon von Ludwig, dem Kapitän der Stahlratte, begrüsst. Wir nahmen unser komplettes Gepäck von den Bikes, welches daraufhin in Schlauchboote gepackt wurde und damit zur Stahlratte gefahren wurde. Die Bikes selbst wurden per Schiffskran und mit abenteuerlich verknoteten Seilen (jedenfalls sah es für den Laien abenteuerlich aus ;-)) auf das Schiff geladen und dort verzurrt.

Den Abend verbrachten wir alle in einem kleinen Indianerdorf. Wir schliefen in Bambus- und Holzhütten, die direkt zwischen den Häusern der Indianer gelegen waren. Leider war unsere Hütte nicht ganz dicht und es regnete ab und zu mal etwas rein.

Am nächsten Tag startete unser mehrtägiges Segelabenteuer. Zuerst fuhren wir mit der Stahlratte zu ein paar kleinen Karibikinseln und ankerten dort. Obwohl auch andere Segelboote anwesend waren, hatten wir gleich mehrere Inseln für uns alleine. Tagsüber feierte Carmen mit Aron und Serafina von den Hungry Riders etwas verspätet Halloween und abends grillten wir mit den anderen Bikern auf einer der kleinen Inseln bis spät in die Nacht.

Auch den nächsten Tag verbrachten wir zwischen diesen Trauminseln mit Schnorcheln, Schwimmen oder einfach nur relaxen. Während Carmen viel Spaß am Schnorcheln hatte, stellte Micha erneut fest, dass Wasser einfach nicht sein Element ist. Später setzten wir auf eine super-kleine Insel über, die nur aus Sand, zwei Palmen und einem malerischen Riff bestand – ein richtiges Schnorchelparadies! Den Abend krönten wir dann bei einem gemeinsamen Essen mit Fisch und Hummer.

Am nächsten Tag warf der Kapitän morgens um 6 den Schiffsdiesel an und setzte etwas später die Segel, um die Reise nach Cartagena zu beginnen. Obwohl die See ruhig war, schaukelte das Schiff dennoch gewaltig. Manche nahmen Tabletten gegen Seekrankheit und bei anderen half auch das nicht mehr.

Nach 26 stündiger Fahrt kamen wir dann aber in Cartagena an und wurden an Land gesetzt. Die Bikes mussten leider noch an Bord bleiben, da wir an einem Sonntag ankamen. Zudem war am Montag auch noch Feiertag, weshalb wir bis Dienstag auf die Einfuhr der Motorräder warten mussten. Die Wartezeit verbrachten wir mit Sightseeing und netten Gesprächen mit den anderen Fahrern.

Am Dienstag war es dann endlich so weit und unsere Moppeds wurden wieder an Land gebracht. Diesmal konnte die Stahlratte jedoch nicht so nah ans Land fahren. Daher mussten die Motorräder mit dem Schiffskran in ein Schlauchboot verladen werden, mit dem sie dann ans Land verschifft wurden. Vom Schlauchboot wurde dann jedes Motorrad mit simpler Muskelkraft auf den Pier gehoben. Überraschenderweise ging alles gut, nur der rechte Spiegel von Roy’s BMW, einem Motorradfahrer aus Norwegen, fiel dem Transport zum Opfer.

Das Importieren der Motorräder sollte eigentlich nur wenige Stunden dauern. Doch dank eines nicht wirklich ernst gemeinten Streiks und einigen Computerproblemen der Versicherung, dauerte es den ganzen Tag bis die Bikes endlich legal in Kolumbien eingeführt waren. Daher wurde es auch nichts mit der Weiterfahrt und wir blieben einen weiteren Tag in Cartagena.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Schüsse in Panama City

Der Hostelbesitzer aus Boquete empfahl uns eine kleine, unbefestigte Strasse nach Santa Catalina, einem ruhigen Ort an der Pazifikküste Panamas, zu nehmen. Die Strasse war dann doch besser als vermutet. Weite Teile waren neu asphaltiert und nur einige Streckenabschnitte waren Schotterpisten.

Santa Catalina war noch ruhiger als erwartet. Da wir uns gerade in der Nebensaison befinden, waren die Hostels fast leer und wir hatten freie Auswahl. Wir entschieden uns für ein Hostel direkt in Santa Catalina in der Nähe des Strandes. Die Nebensaison machte sich erneut bemerkbar, als wir auf der Suche nach Restaurants und Bars waren. Die meisten Restaurants waren geschlossen, selbst die einzige Bar am Strand hatte nur am Samstag Abend offen. Trotzdem gibt es ein zahlreiches Angebot an Wassersportaktivitäten, wie z.B. Tauchen, Schnorcheln und Kayaking. Da diese Angebote unser Budget gesprengt hätten, verbrachten wir die Zeit mit Lesen und sprangen gelegentlich in die Wellen.

In vier Tagen startet unsere Überfahrt nach Kolumbien. Viele Motorradreisende, die auch mit der Stahlratte übersetzen wollen, befinden sich gerade in dem Hostel ‚Carmen‘ in Panama City. Daher beschlossen wir zusammen mit den Hungry Riders auch in Richtung Panama City aufzubrechen. Einen Großteil der Strecke fuhren wir auf der Panamericana, die schnurgerade durch Panama führt und dementsprechend ermüdend ist. Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir schließlich sehr gerädert in Panama City an und wurden zur Begrüßung mit zwei Schüssen aus einer Nebenstraße empfangen. Aren war zwar der Meinung, dass es sich um Feuerwerk handelte, aber für uns klang es doch sehr nach Pistolenschüssen.

Im Hostel standen bereits sechs andere Motorräder und wir waren erleichtert, dass im Hostel noch genug Platz für uns und unsere vier Motorräder war. Hier trafen wir einige bekannte Gesichter wieder, wie z.B. Harry auf seinem Veggie Bike und Jesper, den wir bereits in Boquete getroffen hatten. Insgesamt sind wir hier zehn Motorradreisende, von denen tatsächlich drei Frauen sind, die alle auf ihrem eigenen Motorrad unterwegs sind. Abends gingen wir alle zusammen zu einem netten Italiener und tauschten Erfahrungen und Abenteuer aus.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Aussitzen von Hurrikan ‚Sandy‘

Boquete ist der richtige Ort, um ein paar Tage auszuspannen. Aufgrund der Höhe ist das Klima gemäßigt und die Stadt bietet viele Restaurants, Cafes und Bars. Da wir ein sehr nettes Hostel gefunden hatten, in dem außerdem mehrere andere Motorradreisende untergekommen waren, verlängerten wir unseren Aufenthalt Tag für Tag. Schließlich hörten wir, das Hurrikan ‚Sandy‘ in der Karibik sein Unwesen treibt. Glücklicherweise bekamen wir in Boquete nur die Ausläufer des Sturms zu spüren, die uns einige Tage Regenwetter bescherten. Da wir genug zu Lesen mit haben und zudem eine Grillparty im Hostel angesetzt war, störte uns eine weitere Verlängerung des Aufenthalts nicht besonders.

Die Grillparty war kurzfristig auf Mittwoch abend vorverlegt worden. Der Hostelbesitzer stellte Grillfleisch und einige Getränke kostenlos zur Verfügung, während jeder Teilnehmer etwas zur Party beisteuerte, wie z.B. Salate, Dessert oder Wein. Da fast die Hälfte der Hostelgäste aus Deutschland kamen, hatte das Hostelteam sogar eine Art Bratwurst besorgt. Die Party hat uns sehr viel Spaß gemacht. Neben dem leckeren Essen konnte man sich super unterhalten und zu späterer Stunde wurden die Gitarren rausgeholt.

Am Freitag hatten wir dann doch genug von Boquete. Zum Glück hatte sich auch der Hurrikan bis dahin verzogen und wir schlossen uns mit den ‚Hungry Riders‘ zusammen, um nach Santa Catalina an die Pazifikküste zu fahren.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Auf dem Dach von Panama

Auf dem Parkplatz des Hostels ‚Refugio del Rio‘ standen bereits zwei andere Motorräder, die, wie sich später herausstellte, den Motorradreisenden Aren und Serafina gehören. Die beiden US – Amerikaner fahren auch für ein paar Monate die Panamericana entlang und planen, wie wir, den Darien Gap von Panama nach Kolumbien mit dem Segelschiff ‚Stahlratte‘ zu überqueren. Ein weiterer Panamericanareisender kam einen Tag später dazu. Der Däne Jesper ist ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs und entschied sich ebenfalls für die Stahlratte.

Eines der Highlights in Boquete ist die Wanderung auf den Vulkan Baru, dem höchsten Berg Panamas. Um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Berges erleben zu können, buchten wir die Nachttour. Da die Wanderung um 23:30 Uhr startete, versuchten wir ein paar Stunden vorzuschlafen. Nachdem wir uns ein paar Stunden vergeblich in den Betten hin- und hergedreht hatten, gingen wir in den Aufenthaltsraum des Hostels, wo uns der Guide abholen wollte. Dort stiess Aren zu uns, der sich inwischen entschlossen hatte, sich der Wanderung anzuschliessen.

Mit dem Jeep fuhren wir zum Startpunkt der Wanderung, der auf 1840m lag. Bei stockfinsterer Nacht wanderten wir mit Stirn- und Taschenlampen durch den Nebelwald am Fuße des Vulkans. Der erste Teil der Wanderung war sehr steil und zu allem Überfluss fing es nach kurzer Zeit auch noch zu regnen an. Erst nach einigen Stunden wurde es trocken, als wir die Wolkendecke passiert hatten. Jedoch wurde es nun mit jedem Höhenmeter immer kälter. Gegen 5 Uhr morgens erreichten wir schließlich die Rangerstation kurz vor dem Gipfel. Die Station ist dauerhaft von zwei Polizisten besetzt, die die nahegelegenen Radio- und Satellitenantennen bewachen. Die Polizisten wechseln sich im Zweiwochenrhythmus ab und verbringen den ganzen Tag in einem kleinen Raum mit Stockbetten, Fernseher und einer Toilette. Nach dem langen Aufstieg waren wir froh, dass uns die Polizisten trotz der frühen Uhrzeit hereinbaten und uns heissen Kaffee anboten.

Kurz vor Sonnenaufgang kletterten wir die letzten, wenigen Meter hinauf auf den Gipfel und beobachteten, wie die Sonne am roten Horizont aufging. Bei klarer Sicht kann man vom Gipfel sowohl den Pazifik als auch den Atlantik sehen. Obwohl wir uns gerade in der Regenzeit befinden und unter uns eine dicke Wolkenschicht die Sicht teilweise verdeckte, hatten wir Glück und konnten im Westen den Pazifik sehen.

Nach einem Frühstück auf dem Gipfel, begannen wir den Abstieg. Für den Rückweg brauchten wir zwar etwas weniger Zeit und er war auch weniger anstrengend, jedoch wurden unsere Knie und Füsse ziemlich in Mitleidenschaft genommen. Nach dem 27 km Fussmarsch humpelten wir in den Jeep, der uns zurück nach Bouquete fuhr. Wir kamen gegen Mittag im Hostel an und fielen erschöpft in die Betten. Da uns Bouquete immer besser gefällt, haben wir uns entschlossen, noch ein paar Tage hier zu bleiben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Inselfrühstück in Bocas del Toro

Puerto Viejo ist ein kleines Karibikstädchen im Südosten Costa Ricas. Der schöne Strand und die vielen kleinen Restaurants und Strandbars ziehen viele Hippies, Rastas und Aussteiger an. Der Geruch von Gras lag in der Luft und uns wurde nicht nur einmal Marihuana angeboten. Diese Atmosphäre und  das dazu etwas schmuddelige Ambiente gefiel uns nicht sonderlich und veranlasste uns am nächsten Morgen weiter Richtung Süden zu fahren.

Wir waren bisher nur ein paar Tage in Costa Rica und sind sehr beindruckt von der schönen Landschaft hier. Costa Rica hat sicherlich noch sehr viel mehr zu bieten, insbesondere viele exotische Tiere. Es wird allerdings auch die Schweiz Mittelamerikas genannt, da die Preise auf europäischen Niveau sind. Derartiges stellt für eine 3-wöchige Urlaubsreise sicherlich kein Problem dar, würde jedoch ein grösseres Loch in unsere Reisekasse reissen. Daher beschlossen wir in das etwas günstigere Panama weiterzureisen.

Wir wählten den kleinen und recht ruhigen Grenzübergang bei Sixaola, um nach Panama einzureisen. Diesmal war Carmen an der Reihe den Papierkram an der Grenze zu erledigen. Der Prozess verlief problemlos und wir hatten nach etwa 2 Stunden alle notwendigen Papiere in der Tasche.

Unser ursprünglicher Plan war es, mit den Motorrädern direkt per Fähre auf die Insel Colon nach Bocas del Toro überzusetzen. Es stellte sich jedoch vor Ort heraus, dass die Fähre nur einmal täglich morgens um 8 Uhr fährt. Da wir erst nachmittags ankamen, suchten wir uns ein Hotel in der nahegelegenen Stadt Almirante. Am nächsten Morgen kamen wir leider nicht rechtzeitig aus den Betten und verpassten die Fähre. Um nicht eine weitere Nacht in der heruntergekommenen Stadt Almirante verbringen zu müssen, nahmen wir ein Wassertaxi nach Bocas del Toro. So konnten wir uns die Stadt zumindest zu Fuss anschauen und dort frühstücken.

Im Gegensatz zu Puerto Viejo, gefiel uns Bocas del Toro sehr gut. Neben vielen kleinen Restaurants und Bars, gibt es hier auch ein umfangreiches Angebot an Wassersportaktivitäten, wie Schnorcheln und Kayaking. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir mit einem Speedboot wieder zurück nach Almirante und sattelten unsere Motorräder für die Weiterfahrt nach Boquete. Die 2-3 Stunden Fahrt nach Boquete vergingen Dank der kurvigen Bergstrassen und schönen Landschaft wie im Fluge. Wir checkten im Hotel Refugio del Rio ein, in dem wir noch weitere Motorradreisende kennenlernen sollten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Von Tom’s Backstube in die Karibik

Da die Länder in Zentralamerika relativ klein sind, steht alle paar Tage ein Grenzübergang für uns an. Das Gute daran ist, dass man wenigstens nicht aus der Übung kommt. 🙂 Für Montag hatten wir uns vorgenommen nach Costa Rica einzureisen und behielten unser bewährtes System, die Motorräder gleichzeitig zu importieren, bei. Dies war auch gut so, da am Montag Morgen einige hundert Touristen nach Costa Rica auf dem Landweg einreisen wollten und die Warteschlagen dementsprechend lang waren. Der Prozess an sich verlief reibungslos, nur aufgrund der langen Wartezeiten dauerte die Aus- und Einreise geschlagene 4 Stunden.

An der Grenze haben wir ein deutsch/englisches Pärches wiedergetroffen, das wir tagszuvor im Hostel kennengelernt hatten. Die beiden waren blutüberströmt und voller Schürf- und Stichwunden. Sie hatten den Reisebus von San Juan del Sur zur Grenze nach Costa Rica genommen. Kurz vor der Grenze rammte ein Auto ihren Bus und der Bus kam von der Strasse ab und überschlug sich mehrfach. Wir sind mit unseren Motrorrädern auch an der Unfallstelle vorbeigefahren, hatten das Ausmaß des Unfalls jedoch nicht erkennen können, da der Bus von der Strasse aus nicht mehr zu sehen war. Zum Glück wurde anscheinend niemand tödlich verletzt, aber es gab sehr viele Verletzte. Mit diesem Schrecken im Hinterkopf fuhren wir vorsichtig zum Lago Arenal, unserem ersten Ziel in Costa Rica.

Da es schon zu dämmern begann, folgten wir blind dem Navi, das eine Abkürzung von der üblichen Route vorschlug. Zunächst stellte sich die Abkürzung als kurvige, geteerte Strasse heraus, jedoch wurde sie im Laufe der Zeit immer schlechter bis schließlich nur noch ein extrem steiler Feldweg aus Lehm und Steinen übrig blieb. Zum Glück war es trocken und der Weg daher für uns fahrbar. Bei Dämmerung erreichten wir das Hotel La Rana, das von einem Deutschen geführt wird. Am Abend wartete auf uns leckeres deutsches Essen und für Micha ein Hefeweizen.

Am nächsten Morgen hatten wir endlich mal wieder einen längeren Motorradfahrtag geplant. Für die anstehenden fast 400 km wollten wir uns in einer deutschen Bäckerei, die uns empfohlen wurde, mit frischen Backwaren für den Tag eindecken. Doch Tom, der deutsche Besitzer der Bäckerei, lud uns ein, für eine Nacht in seiner Bäckerei zu bleiben. Also entluden wir nach nur 12 km Fahrt wieder unsere Motorräder und halfen Tom in der Backstube. Zusammen bereiteten wir einen Tagesvorrat an gefüllten Croissants, Teigtaschen und Rosinenschnecken vor. Nach der Arbeit, kam das Vergnügen 🙂 Tom lud uns zu einer kleinen Tour mit seinem Motorboot auf dem Lago Arenal ein. Wir schipperten ein paar Stunden über den See und unterhielten uns mit Tom über das Leben in Costa Rica.

Tom bot uns an noch ein paar Tage länger zu bleiben. Doch da wir in Kürze den Darien-Gap zwischen Panama und Kolumbien per Segelschiff überwinden wollen, setzten wir unsere Reise fort. Also verabschiedeten wir uns heute morgen von Tom und fuhren die kurvige Strasse entlang des Arenalsees weiter zur Karibikküste Costa Ricas bis nach Puerto Viejo.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Mit Mathias und den Dirty Skirts in San Juan del Sur

Unsere letzten Tage in Nicaragua verbrachten wir in San Juan del Sur an der Pazifikküste. Dort verabredeten wir uns mit Mathias, den wir bereits in San Francisco getroffen hatten und der wie wir von Alaska nach Feuerland mit seinem Motorrad unterwegs ist. Wir checkten direkt am Strand im gleichen Hostel wie Mathias ein. Mathias hatte im Hostel bereits einige Leute kennengelernt u.a. zwei Amerikanerinnen, die abends selbstgeschriebene Songs gesungen haben, die sie mit ihrer Ukulele begleiteten. Die beiden nannten sich die „Dirty Skirts“ und waren so gut, dass sie als „Special Guests“ in der Kneipe „Black Whale“ auftreten durften. Natürlich wollten wir den Auftritt nicht verpassen und verbrachten daher den Abend mit Mathias und den beiden Mädels im „Black Whale“.

Da Mathias einen engeren Zeitplan hat als wir, brach er schon am nächsten Morgen auf, während wir noch einen Tag länger in San Juan del Sur blieben. San Juan del Sur scheint ein beliebtes Ziel für junge, amerikanische Touristen zu sein, die von den zahlreichen Restaurants, Bars und den tollen Surfstränden angezogen werden. Auch wir verbrachten einen Großteil des Tages in einer Strandbar direkt am Meer und sprangen ab und zu in die Wellen.

Am nächsten Morgen ging es dann auch für uns weiter nach Costa Rica. Auch wenn wir nur kurz in Nicaragua waren, hat es uns doch sehr gut gefallen. Nicaragua bietet wunderschöne Landschaften, tolle Strände und herzliche Menschen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road