Beiträge mit Schlagwort “Alaska

Video: Alaska & Kanada

Hier ist endlich unser erstes Video. Ein durchschnittlicher Tag unserer Reise aus dem Blickpunkt des ersten Reisemonats in Alaska und Kanada. Viel Spaß!

Beitrag von: michasifi
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Einen Monat und 10.000 km unterwegs

Wir sind heute seit genau einem Monat unterwegs oder anders ausgedrückt sind wir die ersten 10.000 km unserer Panamericana-Tour bereits gefahren. Noch fühlt sich alles an wie ein langer Urlaub und ich habe immer noch nicht ganz realisiert, dass ich noch weitere 10 Monate unterwegs sein werde. Urlaub ist allerdings das falsche Wort – es ist eher eine Reise, die zugegebenerweise bisher recht anstrengend war. Die langen Tage auf dem Motorrad und Camping bei fast jedem Wetter erforderten schon eine Umgewöhnung zu dem bequemen Leben zuhause in Deutschland. Aber die tollen Erlebnisse, die beeindruckende Landschaft und die netten Bekanntschaften lassen dies alles vergessen. Es ist einfach klasse drauf los zu fahren, ohne zu wissen, wie weit man an dem Tag kommt, wo man übernachten kann, wen man alles  trifft oder was sonst noch so passieren wird. Immer nach dem Motto „Es wird schon gut werden“ und „Es gibt für alles eine Lösung“ 🙂

Eines der Highlights auf der bisherigen Tour war für mich die Fahrt auf dem unbefestigten Dalton Highway unter der Mitternachtssonne. Wir fuhren bis Nachts 1Uhr auf der Schotterpiste bis wir komplett fertig in unsere Zelte fielen. Die Sonne stand während der Fahrt in Richtung Norden so tief und schien uns direkt in die Augen, dass wir die Strasse nur noch erahnen konnten. Die entgegenkommenden Trucks, die die Piste in Staubwolken einhüllten, machten die Fahrt nicht wirklich einfacher. Das Ganze war ziehmlich abenteuerlich und wirkte sehr surreal.

Tiefpunkte gab es bisher natürlich auch, zum Glück aber nur wenige. Einer davon war das komplett misslungene Abendessen nach einem langen, anstrengenden Bike-Tag. Es gab Nudeln mit „selbstgemachter“ bzw. „selbst warmgemachter“ 🙂 Dosenlachs-Souce. Unglücklicherweise war der Dosenlachs komplett mit Haut und Knochen versetzt. Ungenießbar! Zum Glück hatten wir noch ein paar trockene Bagels dabei…

Die nächsten 10.000 km werden wir nun etwas langsamer weiter reisen. Wir werden demnächst die Grenze zur USA überqueren und in den Lower 48s einige Zeit in den Nationalparks verbringen. Ich freu mich schon riesig auf diesen Abschnitt unserer Tour!

Beitrag von: carmen.on.the.road

Auf dem Top of the World Highway nach Dawson City

Als wir von Valdez wieder aufbrachen, bestätigte sich die Aussage der Einheimischen, nach der das Wetter in Valdez sehr wechselhaft sei. Es regnete bereits wie aus Eimern als wir die Zelte abbauten und unsere Sachen packten. Auf der Fahrt nach Tok wurde das Wetter auch nicht wirklich besser, es zog dichter Nebel auf, so dass die Weiterfahrt kaum noch möglich war. Irgendwie haben wir das dann doch überstanden und kamen schließlich kalt und durchnäßt abends in Tok an. Ein guter Abend, um sich endlich mal wieder ein warmes Motel inklusive Frühstück zu leisten. 🙂

Am nächsten Morgen entschlossen wir uns spontan auf dem unbefestigten Taylor- und Top-of-the-World Highway nach Dawson City zu fahren. Zwischen dem Taylor und dem Top-of-the-World Highway liegt der kleine Goldgräberort Chicken (kein Schreibfehler ;-)), in dem sich außer einer Kneipe, einer Tankstelle, einem Cafe und dem „Chicken Poop“ nicht viel befindet.

Der Top-of-the-World Highway hat seinen Namen zu Recht: Man fährt auf dem Kamm einer Bergkette entlang und hat nicht nur eine schöne Aussicht ins Tal, sondern auch eine für Motorradfahrer ganz interessante, kurvige Streckenführung.

Kurz vor der kanadischen Grenze war es dann endlich soweit: Michas „geniale“ Werkzeugfachkonstruktion (zur Erinnerung: das Abwasserrohr) fiel während der Fahrt vom Motorrad und das Werkzeug musste auf die beiden Koffer verteilt werden. Immerhin hat das Werkzeugfach ca. 7.000 km gehalten, anders ausgedrückt gerade mal 2,5 Wochen. 😉

In Kanada kamen wir dann in der Westernstadt Dawson City an. Die im ursprünglichen Zustand gehaltenen Gebäude geben einen guten Eindruck wie das Leben im 19. Jahrhundert gewesen sein muss. Selbst die Banken, Kneipen (Saloons) und das Casino sehen aus wie aus einem Western.

Die Überraschung war groß als wir Anja und Torsten, die wir schon aus Vancouver kannten, auf dem örtlichen Campingplatz wieder trafen. Mit Torsten waren wir dann abends noch auf ein Bier im Casino.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Von Anchorage nach Valdez

Manchmal kommt es anders als geplant: Als wir morgens beim House of Harley Davidson unsere Zelte zusammenpackten, wollten uns die Leute vom House of Harley Davidson einfach nicht mit dem kaputten Stoßdämpfer fahren lassen. Sie nahmen die BMW in ihre Werkstatt und reparierten sie schnell. Mit dieser positiven Wende hatten wir gar nicht mehr gerechnet, echt super nett von den Harley Mitarbeitern! 🙂

So konnten wir uns also etwas verspätet aber mit intakten Motorrädern auf den Weg nach Valdez machen. Die Fahrt nach Valdez war geprägt von tollen Kurven, super Wetter und beeindruckender Landschaft wie man am Bild des Blueberry Lakes erkennen kann.

In Valdez gingen wir nichtsahnend an einem Restaurant vorbei, als es plötzlich von innen klopfte. Dort saß der Amerikaner Pat mit seiner Familie, die wir schon auf dem Weg nach Valdez getroffen hatten. Pat lud uns ganz spontan ein, mit ihm und seiner Familie zum Mittag zu essen. Die Einladung nahmen wir gerne an und genossen nicht nur das leckere Essen, sondern auch das nette Gespräch mit Pat und Family.

Auf dem Rückweg sahen wir auf einem Parkplatz ein Motorrad mit deutschem Nummernschild. Als wir uns das Motorrad genauer ansahen, rief schon eine Stimme aus einem Fenster: „Wartet mal!“. Gleich darauf kamen die deutschen Motorradreisenden Erik und Alain zu uns. Die beiden befinden sich auf längerer Tour durch Nordamerika von Alaska bis nach New York. Sie gaben uns verschiedene Tips, unter anderem berichteten von einer Schiffstour durch den Prince William Sound zum Meares Glacier. Daher entschlossen wir uns, noch einen Tag zu bleiben und bei entsprechender Wetterlage, auch diese Schiffstour zu buchen.

Abends schauten uns zunächst an, wie die Fischer am Hafen in Rekordzeit ihren Fang zerlegten und ausnahmen und trafen uns dann mit Erik und Alain auf ein paar Bier in einer netten Kneipe.

Am nächsten Tag unternahmen wir dann die Tagestour zum Meares Gletscher. Die Fahrt begann am Ende der Alyaska Pipeline in Valdez, deren Anfang wir schon in Coldfoot auf dem Dalton Highway verfolgen konnten, Während der Tour konnten wir jede Menge Meerestiere aus nächster Nähe beobachten, wie zum Beispiel Buckelwale, Seeotter, Seelöwen und Dall – Hafenschweinswale. Das Highlight Tour war der Blick auf den Meares Gletscher, wobei wir sogar das Glück hatten, dass direkt vor uns ein großes Stück Gletschereis abbrach und ins Meer stürzte.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Free Camping in Anchorage

Auf der Fahrt vom Denali National Park nach Anchorage gerieten wir in übles Unwetter. Nach einigen Stunden sind wir komplett durchnäßt und durchgefroren in Anchorage angekommen. Hier war das Wetter zum Glück etwas besser, daher entschieden wir uns noch eine weitere Nacht zu campen. Das tolle ist, dass beim House of Harley Davidson Camping inklusive warmer Dusche 🙂 für alle Motorradreisenden kostenlos ist. Daher war unsere Überraschung groß, als wir den Campingplatz leer auffanden.

Dies sollte sich jedoch im Laufe des Abends ändern, als die drei Amerikaner Dick, Mike und Bob auf ihren Harleys eintrafen und ihre mobilen Anhängerzelte aufbauten. Die drei waren auf dem Weg zum Arctic Circle. Abends haben wir mit ihnen noch ein paar nette Motorradgeschichten ausgetauscht und die Unterhaltung morgens bei einem netten, gemeinsamen, typisch amerikanischen Frühstück fortgesetzt.

Da Micha noch immer mit kaputten Stoßdämpersimmerringen rumfährt, machten wir uns am Tag darauf auf die Suche nach einer geeigneten Werkstatt. Die örtliche BMW Werkstatt hatte zwar alle notwendigen Teile, aber auch eine drei Wochen lange Warteliste für die Reparatur. Das Abfahren weiterer Werkstätten führte auch nicht zum gewünschten Erfolg, da entweder die Werkstätten langfristig ausgebucht sind oder sie keine BMW Motorräder reparieren. Da wir keine drei Wochen in Anchorage verbringen wollen, haben wir einen Werkstatttermin in Calgary in zwei Wochen vereinbart. Bis Calgary sind’s ja nur noch 3.500 km, so lange muss der Stoßdämpfer noch halten. 😉

Heute abend waren wir in einem netten Lokal gleich neben dem House of Harley Davidson essen und sind doch tatsächlich Bud Spencer und Terence Hill begegnet. 😉 Wir schlossen daraufhin eine Wette ab, ob Carmen sich traut, die beiden zu fotografieren. Das Ergebnis seht ihr unten und schon ist Micha $ 5,50 ärmer und Carmen ein Alaska Amber reicher. 🙂

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Hiking im Denali National Park

Als wir vor ein paar Tagen im Denali National Park ankamen, hatten wir zuerst Bedenken, keinen Campingplatz mehr zu bekommen. Wir hatten jedoch Glück: Für Zelte gibt es offensichtlich genug Plätze, nur die Plätze für Camper waren ausgebucht. Also haben wir uns gleich für ein paar Tage hier niedergelassen, um den National Park zu erkunden.

Den Park kann man leider nicht mit dem eigenen Fahrzeug befahren, daher haben wir eine Bustour in den National Park bis zum Toklat River unternommen. Die Landschaft ist sehr beeindruckend. Wir hatten sehr viel Glück und konnten sogar den Mount McKinley, den höchsten Berg Nordamerikas, wolkenfrei sehen.

In den folgenden Tagen haben wir verschiedene Wandertouren gemacht. So sind wir zum Beispiel auf dem Triple Lakes Trail gewandert. Der Triple Lakes Trail ist hier mit 15 km der längste beschilderte Trail und wird von der Park Organisation als „schwierig“ eingestuft. Nach europäischen Verhältnissen ist er allerdings eher einfach.

Außerdem sind wir noch zum Horseshoe Lake gewandert und hatten hier nochmal Gelegenheit, eine Elchkuh aus nächster Nähe zu beobachten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Der Dalton Highway fordert seinen Tribut

Nach kurzer Nacht war uns immer noch nicht klar, ob wir den Dalton Highway bis zur Prudhoe Bay fahren oder lieber doch umdrehen sollten. Beim Frühstück mit leckerer Karibuwurst in Coldfoot haben wir dann mehrere Reisende und Straßenarbeiter getroffen, die von schlechten Straßenverhältnissen auf dem nördlichen Teil des Highways berichteten. Einer der Motorradreisenden sagte uns, dass er in kniehohem Geröll/Schotter gestürzt sei. Da uns dieser Fahrer etwas erfahrener im Umgang mit Offroadpisten vorkam als wir, entschieden wir uns dann doch bei Coldfoot als nördlichen Startpunkt unserer Reise zu bleiben.

Diese Entscheidung stellte sich später auch als die Richtige heraus, denn auf dem Weg zurück nach Fairbanks stellte Micha bei einem Fotostop fest, dass die Simmerringe seiner Vorderradgabel hinüber sind und die Gabel stark an Öl verliert. Kurze Zeit später passierte dann das nächste Missgeschick: Carmen’s rechter Koffer samt Tasche und gefülltem Reservekanister fielen bei ca. 80 km/h auf der Schotterpiste vom Motorrad ab und purzelten die Straße entlang. Zum Glück war zu dieser Zeit wenig los auf dem Dalton Highway, so dass der Koffer nicht von einem LKW zu einem Alublech geformt wurde. Außerdem stellte sich glücklicherweise heraus, dass sich auf der holprigen Piste nur die Befestigung gelockert hatte und der Koffer und die Befestigung noch intakt waren.

Nach kurzem Säubern der Motorräder, fuhren wir weiter Richtung Süden, um uns einen Campingplatz für die Nacht zu suchen. Die Suche stellte sich jedoch als etwas schwieriger heraus. Es war bereits sehr spät geworden und zudem gab es kaum Campingplätze auf der Strecke. Wir hatten uns schon auf wild Camping eingestellt, als wir noch einen letzten Versuch bei Skinny Dick’s Halfway Inn starteten. Dort gab es zwar eigentlich gar keinen Campingplatz, allerdings bot uns der Besitzer an, kostenlos in seinem Biergarten zu campen. Dieses Angebot nahmen wir dann gerne an.

Zum krönenden Abschluss des Tages tranken wir in Skinny Dick’s Bar noch ein leckeres lokales Bier aus Fairbanks und genossen dabei die Gesellschaft von Bill. Bill stammt ursprünglich aus Kalifornien und zog vor 30 Jahren nach Alaska. Da er deutsche Wurzeln hat, spricht er noch ganz gut deutsch. Er teilte mit uns seine etwas seltsamen politischen Ansichten über Barack Obama und dessen Pläne zur Erringung der Weltherrschaft. 😉

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Unter der Mitternachtssonne auf dem Dalton Highway

Die Einreise nach Alaska, USA war erstaunlich unspektakulär. Ein typisch amerikanischer Zollbeamter nahm unsere Personalien auf und Fingerabdrücke ab. Nachdem er einige kleine Probleme an seinem Rechner gelöst hatte, stellte er uns eine sechsmonatige Aufenthaltserlaubnis in Alaska und den lower 48 aus. Kaum hatten wir die Grenze überschritten, wurde das Wetter schlagartig besser.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Fairbanks, um von dort  unsere Reise auf dem Dalton Highway nach Coldfoot zu starten. Irgendwo auf einem Parkplatz kurz vor Fairbanks lernten die beiden netten Weltreisenden Debbie und Marius aus Südafrika kennen, denen wir später mehrfach wieder begegnen sollten. Die beiden sind mit einem umgebauten Landrover unterwegs, um Afrika, Nord- und Südamerika zu erkunden.

Die Weiterfahrt auf dem unbefestigten Dalton Highway nach Coldfoot haben wir ein wenig unterschätzt. In Fairbanks starteten wir gegen 16 Uhr in Richtung Norden und erwarteten am frühen Abend in Coldfoot anzukommen, aber die Straße parallel zur Alaska Pipeline wollte einfach nicht aufhören. Der Staub, den die auf der Schotterpiste fahrenden Lastwagen aufwirbelten und die tief stehende Sonne haben die Fahrt auch nicht gerade erleichtert. Nachdem wir endlich den Polarkreis überschritten hatten, sind wir dann ziemlich erschöpft gegen kurz nach Mitternacht bei strahlendem Sonnenschein in Coldfoot angekommen. Nun hiess es noch einen Campingplatz zu finden und die Zelte aufzubauen. Gegen 2 Uhr morgens ging’s dann endlich ins Bett.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road