Beiträge mit Schlagwort “Costa Rica

Inselfrühstück in Bocas del Toro

Puerto Viejo ist ein kleines Karibikstädchen im Südosten Costa Ricas. Der schöne Strand und die vielen kleinen Restaurants und Strandbars ziehen viele Hippies, Rastas und Aussteiger an. Der Geruch von Gras lag in der Luft und uns wurde nicht nur einmal Marihuana angeboten. Diese Atmosphäre und  das dazu etwas schmuddelige Ambiente gefiel uns nicht sonderlich und veranlasste uns am nächsten Morgen weiter Richtung Süden zu fahren.

Wir waren bisher nur ein paar Tage in Costa Rica und sind sehr beindruckt von der schönen Landschaft hier. Costa Rica hat sicherlich noch sehr viel mehr zu bieten, insbesondere viele exotische Tiere. Es wird allerdings auch die Schweiz Mittelamerikas genannt, da die Preise auf europäischen Niveau sind. Derartiges stellt für eine 3-wöchige Urlaubsreise sicherlich kein Problem dar, würde jedoch ein grösseres Loch in unsere Reisekasse reissen. Daher beschlossen wir in das etwas günstigere Panama weiterzureisen.

Wir wählten den kleinen und recht ruhigen Grenzübergang bei Sixaola, um nach Panama einzureisen. Diesmal war Carmen an der Reihe den Papierkram an der Grenze zu erledigen. Der Prozess verlief problemlos und wir hatten nach etwa 2 Stunden alle notwendigen Papiere in der Tasche.

Unser ursprünglicher Plan war es, mit den Motorrädern direkt per Fähre auf die Insel Colon nach Bocas del Toro überzusetzen. Es stellte sich jedoch vor Ort heraus, dass die Fähre nur einmal täglich morgens um 8 Uhr fährt. Da wir erst nachmittags ankamen, suchten wir uns ein Hotel in der nahegelegenen Stadt Almirante. Am nächsten Morgen kamen wir leider nicht rechtzeitig aus den Betten und verpassten die Fähre. Um nicht eine weitere Nacht in der heruntergekommenen Stadt Almirante verbringen zu müssen, nahmen wir ein Wassertaxi nach Bocas del Toro. So konnten wir uns die Stadt zumindest zu Fuss anschauen und dort frühstücken.

Im Gegensatz zu Puerto Viejo, gefiel uns Bocas del Toro sehr gut. Neben vielen kleinen Restaurants und Bars, gibt es hier auch ein umfangreiches Angebot an Wassersportaktivitäten, wie Schnorcheln und Kayaking. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir mit einem Speedboot wieder zurück nach Almirante und sattelten unsere Motorräder für die Weiterfahrt nach Boquete. Die 2-3 Stunden Fahrt nach Boquete vergingen Dank der kurvigen Bergstrassen und schönen Landschaft wie im Fluge. Wir checkten im Hotel Refugio del Rio ein, in dem wir noch weitere Motorradreisende kennenlernen sollten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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Von Tom’s Backstube in die Karibik

Da die Länder in Zentralamerika relativ klein sind, steht alle paar Tage ein Grenzübergang für uns an. Das Gute daran ist, dass man wenigstens nicht aus der Übung kommt. 🙂 Für Montag hatten wir uns vorgenommen nach Costa Rica einzureisen und behielten unser bewährtes System, die Motorräder gleichzeitig zu importieren, bei. Dies war auch gut so, da am Montag Morgen einige hundert Touristen nach Costa Rica auf dem Landweg einreisen wollten und die Warteschlagen dementsprechend lang waren. Der Prozess an sich verlief reibungslos, nur aufgrund der langen Wartezeiten dauerte die Aus- und Einreise geschlagene 4 Stunden.

An der Grenze haben wir ein deutsch/englisches Pärches wiedergetroffen, das wir tagszuvor im Hostel kennengelernt hatten. Die beiden waren blutüberströmt und voller Schürf- und Stichwunden. Sie hatten den Reisebus von San Juan del Sur zur Grenze nach Costa Rica genommen. Kurz vor der Grenze rammte ein Auto ihren Bus und der Bus kam von der Strasse ab und überschlug sich mehrfach. Wir sind mit unseren Motrorrädern auch an der Unfallstelle vorbeigefahren, hatten das Ausmaß des Unfalls jedoch nicht erkennen können, da der Bus von der Strasse aus nicht mehr zu sehen war. Zum Glück wurde anscheinend niemand tödlich verletzt, aber es gab sehr viele Verletzte. Mit diesem Schrecken im Hinterkopf fuhren wir vorsichtig zum Lago Arenal, unserem ersten Ziel in Costa Rica.

Da es schon zu dämmern begann, folgten wir blind dem Navi, das eine Abkürzung von der üblichen Route vorschlug. Zunächst stellte sich die Abkürzung als kurvige, geteerte Strasse heraus, jedoch wurde sie im Laufe der Zeit immer schlechter bis schließlich nur noch ein extrem steiler Feldweg aus Lehm und Steinen übrig blieb. Zum Glück war es trocken und der Weg daher für uns fahrbar. Bei Dämmerung erreichten wir das Hotel La Rana, das von einem Deutschen geführt wird. Am Abend wartete auf uns leckeres deutsches Essen und für Micha ein Hefeweizen.

Am nächsten Morgen hatten wir endlich mal wieder einen längeren Motorradfahrtag geplant. Für die anstehenden fast 400 km wollten wir uns in einer deutschen Bäckerei, die uns empfohlen wurde, mit frischen Backwaren für den Tag eindecken. Doch Tom, der deutsche Besitzer der Bäckerei, lud uns ein, für eine Nacht in seiner Bäckerei zu bleiben. Also entluden wir nach nur 12 km Fahrt wieder unsere Motorräder und halfen Tom in der Backstube. Zusammen bereiteten wir einen Tagesvorrat an gefüllten Croissants, Teigtaschen und Rosinenschnecken vor. Nach der Arbeit, kam das Vergnügen 🙂 Tom lud uns zu einer kleinen Tour mit seinem Motorboot auf dem Lago Arenal ein. Wir schipperten ein paar Stunden über den See und unterhielten uns mit Tom über das Leben in Costa Rica.

Tom bot uns an noch ein paar Tage länger zu bleiben. Doch da wir in Kürze den Darien-Gap zwischen Panama und Kolumbien per Segelschiff überwinden wollen, setzten wir unsere Reise fort. Also verabschiedeten wir uns heute morgen von Tom und fuhren die kurvige Strasse entlang des Arenalsees weiter zur Karibikküste Costa Ricas bis nach Puerto Viejo.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road