Beiträge mit Schlagwort “Kanada

Video: Alaska & Kanada

Hier ist endlich unser erstes Video. Ein durchschnittlicher Tag unserer Reise aus dem Blickpunkt des ersten Reisemonats in Alaska und Kanada. Viel Spaß!

Beitrag von: michasifi
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Michas Fazit nach 1 Monat und 10.000 km

Schon ist ein Monat vergangen, wir sind bereits über 10.000 km gefahren und obwohl sich die Reise für mich eigentlich immer noch ein kleines bisschen wie Urlaub anfühlt, möchte ich auch doch ein erstes kleines Zwischenfazit ziehen, denn inzwischen beginnt sich doch das Urlaubsgefühlt langsam zu verflüchtigen und es wird mir langsam klar, dass es sich um mehr als einen Urlaub handelt.

Fangen wir mit den kühlen Fakten an. 10.000 km in einem Monat oder 30 Tagen… Das macht einen doch ganz sportlichen Schnitt von 333,33 km pro Tag. Klingt jetzt nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass wir zum Beispiel die letzten 4 Tage bereits in Calgary verweilen und auch an anderen Orten mal länger als eine Nacht geblieben sind, ist es doch auch nicht wenig. Dieser doch ziemlich hohe Schnitt ergab sich durch unseren Entschluss zuerst möglichst schnell zum Startpunkt ( den Polarkreis ) zu kommen und dann auch irgendwie möglichst schnell durch Kanada zu reisen, da hier sowohl Übernachtungen als auch Lebensmittel, eigentlich alles ;-), ziemlich teuer ist. Na gut, der Sprit ist inzwischen mit $ 1,12 ( kanadische Dollar = 0,91 € ) ziemlich günstig.

Kommen wir zum nächsten und dem vielleicht ernüchternstem Fakt ;-): Dem lieben Geld. In diesem einen Monat, habe ich – soweit ich meiner tollen Finanzverfolgungsapp trauen kann – bereits etwa 3.000 Euro ausgegeben, das sind etwa 100 Euro pro Tag. Jetzt könnte man meinen, ich lebe hier wie die Made im Speck, aber in Wahrheit versuchen wir an Übernachtungen und Essen zu sparen wie es nur geht. Stattdessen ging ein Großteil des Geldes bei mir für das Motorrad drauf ( 28 % ). Da drin enthalten sind so vermeidbare Sachen wie die defekten Stoßdämpfersimmerringe ( Carmen war hier schlauer und hat bereits vorher entsprechende Schützer montiert, ich hielt es für nicht notwendig… Sehr gute Entscheidung 😉 ) oder die extrem teuren Reifen in Kanada ( mehr als das doppelte wie in Deutschland ). Benzin ist der zweite große Faktor, aber bei so einer Art von Reise nur schwer vermeidbar. 😉 Der dritte Faktor ist bereits Ausrüstung. Inzwischen habe ich mir gegen die Hitze eine (teure) Motorradjeanshose gekauft und anderes. Naja, ich hoffe ja, dass es von jetzt an deutlich billiger wird, aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

Kommen wir von harten Fakten zu den eher weicheren Kriterien. Wie fühlt sich denn so ein Leben „on the road“ an? Eigentlich ist es etwas vermessen, das jetzt nach einem Monat bereits zu beurteilen, aber ich versuche es trotzdem, alleine schon, um eventuelle langfristige Veränderungen an diesem „Gefühl“ feststellen zu können. Bis jetzt finde ich: Prima! 🙂 Ok, das ist etwas zu kurz gefasst. …und es gibt natürlich gute und schlechte Tage, aber es macht mir riesig Spaß mit dem Motorrad die wirklich malerischen Landschaften hier zu erkunden, ab und zu mal kurz zu verweilen und auch die Leute hier kennen zu lernen. Letzteres fällt mit dem Motorrad wirklich einfacher als sonst. Überall sprechen uns die Leute an, bieten uns Hilfe jeglicher Art an, geben uns stellenweise sogar Essen aus oder zeigen uns ihr Zuhause. Einfach toll… …und dann sag nochmal einer die Amerikaner ( oder Kanadier ) seien oberflächlich. Das kann ich bis jetzt nicht bestätigen.

Die Leute haben mich bis jetzt sogar mehr beeindruckt als die eigentlich schon unglaubliche Landschaft und das für uns Europäer fast exotische Tierleben. Trotzdem kann ich auch eine kurze Reise nach Alaska oder auch Kanada nur empfehlen. Die Nationalparks in Kanada und Alaska ( Denali, Jasper, Banff ) sind beeindruckend. Die Einsamkeit zwischen den Orten vermittelt einen krassen Gegensatz zum dicht besiedelten Europa. …und die Tierwelt ist selbst für mich als nicht gerade dem super Tierinteressierten atemberaubend. Inzwischen haben wir Schwarzbären, Wale, Seeottern, Elche, sogar Grizzlybären und vieles mehr in freier Wildbahn gesehen. Manches war näher als uns lieb ist. 😉

Zu guter Letzt lernt man auf so einer Reise auch viel über sich selbst, auch wenn man glaubt, sich durch das eher – ähm – „mittlere“ Alter 😉 schon sehr gut zu kennen. Man erfährt mehr über seine Schwächen und auch Stärken ( an schlechten Tagen eher letzteres 😉 ) und bereits jetzt nach nur einem Monat relativiert sich viel, was am Anfang wichtig oder problematisch erschien. Dreck an den Fingern? Wen kümmert’s. Gel in den Haaren? Was ist das? Kontaktlinsen? Nie gehört. 😉 …und vielleicht werde ich sogar etwas entspannter. Zu Beginn waren zwei Stunden Fahrt bei Kälte und Regen noch nervenaufreibend, später fuhren wir einen ganzen Tag nur durch Regen, Nebel und wir waren total durchgefroren. Aber ein heisser Kaffee kann dann schon reichen, um die Laune wieder zu bessern. Überhaupt werden bereits jetzt die Grundbedürfnisse wichtiger als anderes: Schlafen, Essen, Toilette, Benzin. Na gut, irgendwann kommt dann auch noch Strom, Wifi und Bier, aber vielleicht ändert sich das auch noch… 😉

Beitrag von: michasifi

Einen Monat und 10.000 km unterwegs

Wir sind heute seit genau einem Monat unterwegs oder anders ausgedrückt sind wir die ersten 10.000 km unserer Panamericana-Tour bereits gefahren. Noch fühlt sich alles an wie ein langer Urlaub und ich habe immer noch nicht ganz realisiert, dass ich noch weitere 10 Monate unterwegs sein werde. Urlaub ist allerdings das falsche Wort – es ist eher eine Reise, die zugegebenerweise bisher recht anstrengend war. Die langen Tage auf dem Motorrad und Camping bei fast jedem Wetter erforderten schon eine Umgewöhnung zu dem bequemen Leben zuhause in Deutschland. Aber die tollen Erlebnisse, die beeindruckende Landschaft und die netten Bekanntschaften lassen dies alles vergessen. Es ist einfach klasse drauf los zu fahren, ohne zu wissen, wie weit man an dem Tag kommt, wo man übernachten kann, wen man alles  trifft oder was sonst noch so passieren wird. Immer nach dem Motto „Es wird schon gut werden“ und „Es gibt für alles eine Lösung“ 🙂

Eines der Highlights auf der bisherigen Tour war für mich die Fahrt auf dem unbefestigten Dalton Highway unter der Mitternachtssonne. Wir fuhren bis Nachts 1Uhr auf der Schotterpiste bis wir komplett fertig in unsere Zelte fielen. Die Sonne stand während der Fahrt in Richtung Norden so tief und schien uns direkt in die Augen, dass wir die Strasse nur noch erahnen konnten. Die entgegenkommenden Trucks, die die Piste in Staubwolken einhüllten, machten die Fahrt nicht wirklich einfacher. Das Ganze war ziehmlich abenteuerlich und wirkte sehr surreal.

Tiefpunkte gab es bisher natürlich auch, zum Glück aber nur wenige. Einer davon war das komplett misslungene Abendessen nach einem langen, anstrengenden Bike-Tag. Es gab Nudeln mit „selbstgemachter“ bzw. „selbst warmgemachter“ 🙂 Dosenlachs-Souce. Unglücklicherweise war der Dosenlachs komplett mit Haut und Knochen versetzt. Ungenießbar! Zum Glück hatten wir noch ein paar trockene Bagels dabei…

Die nächsten 10.000 km werden wir nun etwas langsamer weiter reisen. Wir werden demnächst die Grenze zur USA überqueren und in den Lower 48s einige Zeit in den Nationalparks verbringen. Ich freu mich schon riesig auf diesen Abschnitt unserer Tour!

Beitrag von: carmen.on.the.road

Die 100 Jahrfeier der Calgary Stampede

Da wir inzwischen kaum noch Profil auf unseren Hinterreifen hatten ( weniger als 1mm ), hatten wir für Mittwoch bereits einen Termin bei BMW Anderwerks zur Montage neuer Reifen vereinbart. Also brachten wir die Motorräder morgens zur Werkstatt, liessen sie dort stehen und machten uns auf den Weg zur 100 Jahrfeier des Calgary Stampede. Wir hatten bereits im Voraus Karten für das Rodeo reserviert.

Das Calgary Stampede ist eines der größten Rodeoevents weltweit, auch Weltmeisterschaften wurden hier schon ausgetragen. Auf dem Stampedegelände findet außerdem ein großes Volksfest statt, inklusive Bierzelte und Konzerte.

Um uns auf das bevorstehende Rodeo einzustimmen und etwas von unserem Travellook abzulenken, kauften wir uns im Stampede Stadion Cowboyhüte. Für anständige Cowboystiefel hat das Geld leider nicht mehr gereicht. Nun konnte das Rodeo beginnen. Wir suchten also unsere reservierten Plätze auf. Leider waren die Rodeos schon vor längerer Zeit fast komplett ausgebucht, so dass wir nur noch relativ schlechte Plätze reservieren konnten. Glücklicherweise war die Sicht auf die Arena dann doch besser als erwartet.

Das Rodeoevent startete zunächst mit einem Auftritt der Calgary Showband, worauf die berühmte, berittene Polizei Kanadas ihr Können auf den Pferden bewies. Darauf maßen sich die Cowboys und Cowgirls in den verschiedenen Disziplinen. Unter anderem gab es Wettbewerbe im Bullenreiten, Reiten auf wilden Pferden mit und ohne Sattel, Stier Wrestling, Fangen von Rindern mit dem Lasso und Pferderennen. Selbst für die Kleinen fanden eigene Wettkämpfe statt, z.B. Reiten auf wilden Kühen oder Fangen von wilden Ponys. Der Besuch der Rodeoshow hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt und wir hatten auch nicht den Eindruck, dass die Tiere dabei übermäßig leiden.

Nach der Rodeoshow sind wir noch über das Volksfest gelaufen. Aufgrund der Einhundertjahrfeier war jedoch so großer Ansturm, dass wir uns nach kurzer Zeit entschieden haben, uns auf den Rückweg zu machen und die Motorräder abzuholen.

In der Werkstatt unterhielten wir uns noch mit den Mechanikern und anderen Kunden und lernten dabei Wayne kennen. Wayne ist total Motorrad begeistert und besitzt eine Sammlung von unterschiedlichen Motorrädern, die er uns auch netterweise bei sich zu Hause kurz zeigte. Zusammen mit seiner Frau Tina gingen wir dann gemeinsam in einem kleinen Thai Restaurant essen und unterhielten uns sehr nett. Da Wayne ein paar Jahre in Deutschland verbracht hat, kann er noch etwas Deutsch sprechen und freute sich über die Gelegenheit zum Üben. Die beiden fliegen jetzt nach Neufundland zu einer Hochzeitsfeier. Wir wünschen gute Reise! 🙂

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Erster Schraubertag

Mittlerweile sind wir schon 10.000 km in Alaska und Kanada mit den Motorrädern gefahren. Laut BMW Wartungsplan stand nun der erste kleine Service auf unserer Reise an. Ursprünglich hatten wir geplant, den Service der Motorräder den Experten zu überlassen und wollten ihn zusammen mit der Montage der neuen Reifen hier bei einer lokalen BMW Werkstatt in Calgary machen lassen.

Da wir die Servicepreise in Kanada etwas unterschätzt hatten, entschlossen wir uns, die erste Wartung doch selbst durchzuführen. Glücklicherweise hatte Michael sich das BMW Wartungshandbuch runtergeladen. Also verbrachten wir gestern den ganzen Tag mit dem Schrauben an unseren Motorrädern.

An sich stellte sich die Wartung als relativ einfach heraus, selbst der 1. Ölwechsel klappte recht gut. Jedoch musste Micha beim ersten Versuch an seiner Maschine, seine Hose dem Ölgott opfern. 😉 Als es an Carmen’s Maschine ging, waren wir etwas schlauer. Allerdings trat ein weiteres Problem auf: Die Ölablaßschraube war extrem festgezogen und bereits etwas abgenutzt, so dass wir sie nicht mit dem mitgebrachten Gabelschlüssel lösen konnten. Also ging es auf in den Baumarkt, um einen 24er Steckschlüssel zu kaufen. Damit liess sich der Ölwechsel dann auch problemlos durchführen.

Damit hatten wir die komplette Wartung, wie im Wartungsplan durchgeführt, außer dem Prüfen bzw. Einstellen des Ventilspiels, da wir das hierfür benötigte Spezialwerkzeug nicht zur Verfügung hatten.

Nach dieser Wartung ist hoffentlich keine weitere Schrauberaktion bis Kalifornien mehr notwendig.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Das 17. Bundesland: Jasper und Banff

In Kitwanga am Ende des Cassier – Stewart Highways haben wir auf einem netten Campingplatz übernachtet. Wie immer haben wir uns nach der Bärengefahr erkundigt. Der zu Scherzen aufgelegte Campinghost belustigte sich über unsere Frage und meinte, dass es hier keine „Garbage Bears“ gäbe. Die sogenannten „Müllbären“ haben sich auf die Ernährung durch menschlichen Müll umgestellt und treiben sich daher nachts gerne auf Campingplätzen rum. Durch diese Aussage beruhigt, verbrachten wir den Abend auf der Wiese neben den Zelten. Als es bereits dunkel war, hörten wir aus Richtung der Müllcontainer ( in denen wir unsere widerlichen „Premium“ Lachsnudeln entsorgt hatten ), ein lautes Brummen. Nach länglicher Diskussion, ob es sich dabei, um Bären oder Brülleichhörnchen handelt, liessen wir die Frage offen, steckten uns Ohropax in die Ohren und gingen in die Zelte. Am nächsten Tag bestätigte der Campinghost unsere Vermutung, dass es sich dabei nicht um Brülleichhörnchen gehandelt hat.

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Totempfähle von Kitwancool. Dort findet man eine ganze Sammlung von Totempfählen inmitten eines Indianerreservats.

Dann ging’s weiter Richtung Jasper Nationalpark. Kurz vor Parkeingang liefen uns doch tatsächlich zwei ausgewachsene Grizzly Bären vor die Motorräder. Nachdem die Bären die Straße verlassen hatten, fuhren wir vorsichtig weiter. Für ein Foto waren uns dieses Mal die Bären doch etwas zu groß und zu nah.

Im Park checkten wir frühzeitig im Whistlers Campingplatz ein, um von dort aus noch einen Abstecher zum malerischen Maligne Lake zu machen. Auf dem Rückweg kehrten wir im De’d Dog auf einen „Pub Burger“ für $ 6 inklusive Pommes ein ( unglaublich günstig für das ansonsten teure Kanada, insbesondere in dieser Touristengegend ). Während wir genüsslich unsere Burger verdrückten, startete neben uns eine kleine Feier. Es wurde das Bild eines älteren Kanadiers an der Wand aufgehängt und auf den Flatscreens wurden Fotos von ihm gezeigt. Auf Micha’s Frage, wie man denn zu der Ehre kommt, auf der Wand verewigt zu werden, kam die trockene Antwort vom Kellner: „You have to die!“ ( „Du musst sterben!“ ). Der Kanadier kam leider durch einen Motorradunfall vor ein paar Tagen ums Leben. 😦 Noch etwas bedrückt machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Mittlerweile war es dunkel geworden und Zeit für eine Dusche. Etwas beängstigend waren die Elche, die direkt neben dem Weg zur Dusche im Gras lagen.

Unsere Fahrt ging weiter auf dem Icefield Parkway Richtung Süden in den Banff Nationalpark. Auf dem Weg dorthin kamen wir unter anderem an den Athabasca Wasserfällen und dem riesigen Columbia Eisfeld vorbei. Das Eisfeld ist eines der größten auf den amerikanischen Kontinenten und kann sogar mit Bussen befahren werden, was jedoch nicht in unser Budget passte. Das Highlight des Tages war eine kleine Wanderung zum Peyto Lake. Der fast unecht wirkende türkisfarbene See ist inmitten einer Berglandschaft gelegen. Das Foto rechts lässt die Schönheit des Sees nur erahnen. Je weiter man Richtung Süden fährt, um so touristischer wird es. Wir hatten das Gefühl, mehr Deutsche als Kanadier zu treffen. Viele von ihnen sind in den Sechzigern nach Kanada ausgewandert, andere verbringen nur ihren Jahresurlaub hier. Es kam uns vor, als wenn wir durch ein neues deutsches Bundesland fahren.

Auf Dauer nervt dieser extreme Tourismus schon etwas. Daher fuhren wir relativ zügig über Banff nach Calgary. Hier haben wir einen schönen Campingplatz gefunden ( sogar mit Swimmingpool ). Nach der ganzen Reiserei brauchen wir jetzt ein paar sesshafte Tage und bleiben erstmal hier.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Weiterfahrt in den Süden

Es wird endlich Zeit für warmes und trockenes Wetter. Wir haben ja schließlich Sommer. Also entschlossen wir uns schnellstmöglich Richtung Süden zu fahren. Um nicht die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg zu fahren, wählten wir dieses Mal den Stewart – Cassier Highway für den Rückweg.

Eigentlich hatten wir die landestypischen langen, geraden Highways erwartet und wurden jedoch positiv überrascht: Der Stewart – Cassier Highway führt sehr kurvenreich durch schneebedeckte Gebirge, entlang von türkisen Seen und dichten Wäldern. Auf den Wiesen am Strassenrand „grasen“ hier und da Bären. Die Bären fressen zu unserem Erstaunen tatsächlich vorwiegend Gras zu dieser Jahreszeit, da die Lachs-Saison noch nicht begonnen hat.

Abends zelteten wir dann direkt am bildschönen Boya Lake, Sonnenuntergang inkusive. Dafür gab es leider keine Duschen. 😦 Endlich werden die Nächte langsam auch wieder dunkel. In den nördlichen Breitengraden war es 24 Stunden durch komplett hell, was dem Schlaf nicht gerade förderlich war.

Mittlerweile sind wir in Kitwanga am Ende des Highways angekommen. Morgen geht es weiter in Richtung Jasper Nationalpark.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Auf dem Top of the World Highway nach Dawson City

Als wir von Valdez wieder aufbrachen, bestätigte sich die Aussage der Einheimischen, nach der das Wetter in Valdez sehr wechselhaft sei. Es regnete bereits wie aus Eimern als wir die Zelte abbauten und unsere Sachen packten. Auf der Fahrt nach Tok wurde das Wetter auch nicht wirklich besser, es zog dichter Nebel auf, so dass die Weiterfahrt kaum noch möglich war. Irgendwie haben wir das dann doch überstanden und kamen schließlich kalt und durchnäßt abends in Tok an. Ein guter Abend, um sich endlich mal wieder ein warmes Motel inklusive Frühstück zu leisten. 🙂

Am nächsten Morgen entschlossen wir uns spontan auf dem unbefestigten Taylor- und Top-of-the-World Highway nach Dawson City zu fahren. Zwischen dem Taylor und dem Top-of-the-World Highway liegt der kleine Goldgräberort Chicken (kein Schreibfehler ;-)), in dem sich außer einer Kneipe, einer Tankstelle, einem Cafe und dem „Chicken Poop“ nicht viel befindet.

Der Top-of-the-World Highway hat seinen Namen zu Recht: Man fährt auf dem Kamm einer Bergkette entlang und hat nicht nur eine schöne Aussicht ins Tal, sondern auch eine für Motorradfahrer ganz interessante, kurvige Streckenführung.

Kurz vor der kanadischen Grenze war es dann endlich soweit: Michas „geniale“ Werkzeugfachkonstruktion (zur Erinnerung: das Abwasserrohr) fiel während der Fahrt vom Motorrad und das Werkzeug musste auf die beiden Koffer verteilt werden. Immerhin hat das Werkzeugfach ca. 7.000 km gehalten, anders ausgedrückt gerade mal 2,5 Wochen. 😉

In Kanada kamen wir dann in der Westernstadt Dawson City an. Die im ursprünglichen Zustand gehaltenen Gebäude geben einen guten Eindruck wie das Leben im 19. Jahrhundert gewesen sein muss. Selbst die Banken, Kneipen (Saloons) und das Casino sehen aus wie aus einem Western.

Die Überraschung war groß als wir Anja und Torsten, die wir schon aus Vancouver kannten, auf dem örtlichen Campingplatz wieder trafen. Mit Torsten waren wir dann abends noch auf ein Bier im Casino.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Bären – Es gibt sie doch!

Obwohl viele Reisende uns schon von den zahlreichen Bären hier am Alaska Highway berichteten, haben wir schon nicht mehr daran geglaubt, selbst welchen zu begegnen. Aber gestern war es endlich soweit: Ein ausgewachsener Schwarzbär lief vor unseren Motorrädern über den Alaska Highway. Um dieses Ereignis festzuhalten, sind wir natürlich sofort stehen geblieben, von den Motorrädern gesprungen und haben die Kamera (leider ohne Zoomobjektiv) gezückt. Dann haben wir uns mit schlotternden Knien an die Bären geschlichen, um ein paar Fotos zu machen. Die Ergebnisse könnt ihr unten bewundern.
Von nun an ging es Schlag auf Schlag weiter: Wir begneten mehreren Elchen, die sich weder von uns noch von unseren Motorrädern stören ließen. Später schlich eine ganze Bisonherde genüßlich vor uns über den Highway. Die Tiere waren sehr beeindruckend und man hat doch einen gehörigen Respekt vor ihnen, wenn sie nur wenige Meter von einem entfernt stehen.

Heute morgen ging’s über Watson Lake nach Whitehorse. In Watson Lake hat Micha im berühmten Schilderwald ein Zeichen hinterlassen, indem er sein altes Nummernschild angebracht hat. Am Schilderwald kann man erahnen, wie viele Reisende diesen Ort schon besucht haben. Es sind Schilder aus aller Welt zu sehen.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Auf dem Alaska-Highway Richtung Norden

Nachdem wir gestern im Grizzly-Inn nahe der Grizzly Road beim Bärensee übernachtet hatten (die Namen verhießen nichts Gutes, daher haben wir lieber nicht gezeltet 🙂 ), sind wir heute weiter Richtung Norden auf dem Alaska Highway gefahren. Das Wetter war sehr wechselhaft – allerdings hauptsächliche wechselhaft mies 🙂 . Es hat die meiste Zeit geregnet und es wurde je weiter wir in den Norden fuhren immer kälter. Ich habe ziehmlich viel Zeit auf dem Motorrad damit verbracht zu überlegen, was ich noch alles anziehen könnte. Am Ende des Tages hatte ich dann 4 Lagen an und ich kann nicht sagen, dass es warm war. Na ja, zum Glück fahren wir ja nur noch ca 4000 km weiter nördlich 🙂

Landschaftlich war es heute trotz des schlechten Wetters sehr beeindruckend, wenn auch für Motorradfahrer eher etwas trist, da es stundenlang geradeaus ging. Gefahr auf dem Mopped einzuschlafen bestand jedoch nicht, da Schlaglöcher, Dreck und Wild auf der Strasse die volle Aufmerksamkeit von uns verlangten. Ich hatte mich ziehmlich erschrocken als ein ausgewachsener Elch direkt vor mir auf der Strasse stand und langsam die Fahrbahn überquerte. Zum Glück konnte ich aber noch rechtzeitig bremsen.

Jetzt sind wir gerade in unserer Unterkunft für heute in der Nähe von Pink Mountain angekommen. Die Nudeln mit Chili-Souce stehen auf dem Kocher…. Ein perfekter Tag geht zu Ende…

Beitrag von: carmen.on.the.road