Beiträge mit Schlagwort “Nationalpark

Der letzte Nationalpark vor Mexiko

Obwohl wir durch unser intensives Nationalpark Hopping eigentlich an Nationalparks gesättigt sind, hatten wir nach unserem längeren Aufenthalt im Silicon Valley doch das Gefühl wieder etwas aufnahmefähiger zu sein. So war unser Plan für heute, den Joshua Tree Nationalpark im Süden von Kalifornien zu besichtigen.

Wie der Name schon leicht andeutet, gibt es im Joshua Tree Nationalpark „Joshua Trees“ ( Pflanzengattung aus der Familie der Spargelgewächse ). Zu den Joshua Trees gesellen sich noch Kakteen und Steine, ansonsten gibt es nicht viel zu sehen. Dennoch hat uns der Nationalpark aufgrund der netten, teilweise unbefestigten, Strassen ganz gut gefallen. Wegen der hohen Temperaturen im Park ( laut Wetterbericht 38 Grad Celsius ) hielten wir es jedoch nicht allzu lange aus.

Auf dem Rückweg fuhren wir am „San Gorgonio Pass Windpark“ vorbei, der aus über 3000 Windrädern besteht. Diese Menge an Windrädern in dieser Wüstenlandschaft vermitteln einen surrealen Eindruck. Nach einem kurzen Stop in Palm Springs ( leider haben wir den Spring Break verpasst 😉 ) beendeten wir den Tag dort wo wir ihn angefangen hatten: im Starbucks. 😉

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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Pleiten, Pech und Pannen

Da wir schon ahnten, dass wir einen langen Tag vor uns hatten, standen wir früh auf, packten die Zelte zusammen und verliessen Lake Isabella frühzeitig. Eigentlich hatten wir geplant, den Highway 155 zum Sequoia Nationalpark zu nehmen. Stattdessen bogen wir falsch ab und nahmen unbeabsichtigt den ‚Mountain Highway 99‘ durch den Sequoia National Forest. Es machte riesig Spass auf dieser Strasse zu fahren, allerdings war die Strecke aufgrund des Wildwechsels nicht ganz ungefährlich. Ein Waschbär lief Carmen direkt zwischen die Räder ihres Motorrads und taumelte benommen durch den Zusammenstoss über die Strasse. Einige Meter weiter erschreckte uns eine Kuh, die sich hinter einer Serpentine versteckte. Dies führte dazu, dass man die Strecke nicht besonders schnell fahren konnte und wir daher einige Stunden Zeit verloren.

Irgendwann am nachmittag kamen wir dann aber im Sequoia Nationalpark an. Das Glück war an diesem Tag nicht mit uns. Gleich nach Parkeingang stiessen wir auf eine lange Baustelle, vor der wir 45 Minuten bis zur Weiterfahrt warten mussten. Als wir dann endlich die Baustelle durchfahren konnten, bemerkte Carmen laute Geräusche an ihrem Motorrad. Die Geräusche waren so laut, dass eine Weiterfahrt vorerst nicht in Frage kam. Nachdem wir die Baustelle verlassen hatten und das Motorrad näher inspizierten, stellten wir fest, dass die Kette viel zu locker und auch das Antriebsritzel verschlissen war. Also spannten wir mitten im Sequoia Nationalpark die Kette nach und fuhren weiter. Das Nachspannen der Kette war zumindest temporär von Erfolg, da das Geräusch zunächst ausblieb. Allerdings fügte auch diese Aktion eine weitere Stunde zu unserem sowieso schon strapazierten Zeitkonto hinzu.

Gegen abend machten wir erst unsere erste richtige Pause, um uns beim Subway zu stärken. Als Carmen ihr Motorrad abstellte, passierte das nächste Malheur. Kühlflüssigkeit lief aus dem Motorrad und tropfte auf den Asphalt. Die Kühlflüssigkeit war übergekocht und trat aus dem Ausgleichsbehälter aus. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir das Problem wäre durch Nachfüllen von Wasser bereits erledigt. Später stellten wir fest, dass der Lüfter bei Carmen’s Motorrad defekt war.

Also fuhren wir weiter durch die Nacht Richtung Fremont in der San Francisco Bay Area, da wir hier für eine Woche ein günstiges Motel 6 gebucht hatten. Erst gegen Mitternacht kamen wir dort an und fielen todmüde in die Betten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Fahrt durch das Tal des Todes

Selbst die „City of Entertainment“ konnte uns nur 2 Tage lang unterhalten. Danach zog es uns wieder on the road. Unser Weg führte uns zunächst durch das Death Valley (Tal des Todes), vor dem uns schon viele aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer gewarnt hatten. Die Warnungen waren berechtigt. Es herrschten gefühlte 50 Grad, die sich später als 42 Grad im Schatten herausstellten. Bei dieser Temperatur brachte selbst der Fahrtwind keine Erleichterung. Wir fühlten uns als würden wir stundenlang gegen einen heissen Föhn anfahren. Durch die Hitze fühlten wir uns beide wie benebelt und mussten uns anstrengen, voll konzentriert zu bleiben und nicht von der Strasse abzukommen. Also reduzierten wir die Fotostops auf das notwendigste und machten uns aus dem Staub Richtung Lake Isabella, an dem wir übernachteten.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Das Nationalpark Hopping geht weiter

Nach dem ruhigen, relaxten Tag wandten wir uns wieder unseren „Pflichten“ zu und fuhren weiter Richtung Süden zum Bryce Canyon. Eigentlich besteht der Bryce Canyon im großen und ganzen aus nur einer Straße, trotzdem haben wir es geschafft, uns auf dem Weg aus den Augen zu verlieren. So fuhren wir beide unabhängig voneinander unsere Kreise, um uns letztendlich am Parkausgang wiederzutreffen. Durch den beiderseitig erhöhten Frustlevel kam es dann zu einer kurzen Diskussion, wer dieses Dilemma verursacht hatte. Die Diskussion wurde dann ergebnislos mit der Anfahrt zum Campingplatz beendet.

Eigentlich hatten wir geplant, auch noch den nahegelegenen Zion Nationalpark zu besuchen. Inzwischen sind wir aber an Nationalparks etwas gesättigt und beschlossen daher, unser nächstes großes Ziel San Francisco langsam anzufahren.

Auf dem Weg dorthin haben wir noch kurz beim Grand Canyon vorbeigeschaut, der nach Micha’s Ansicht einfach nur ein großes Loch darstellt, dafür aber immerhin das größte Loch der Erde. Also fuhren wir weiter Richtung Flagstaff, um dort zu übernachten. In Flagstaff machten wir eine kurze Wanderung in die Stadt, um uns auch mal wieder etwas richtiges zu Essen zu gönnen. Nach dem leckeren Essen, kam jedoch direkt über uns das heftigste Gewitter auf, das wir bisher erlebt hatten. Die Blitze schlugen im Sekundentakt um uns herum ein und es donnerte, stürmte und regnete heftig. Carmen nutzte die Gelegenheit, um sich in der Fotografie von Blitzen ohne Stativ zu üben ( das Stativ war sicher auf dem Campingplatz verstaut ). Nach einer halben Ewigkeit wagten wir den Fussmarsch zurück zum Campingplatz.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Leider eine Stunde zur spät

Rene’s imposante Bilder von „The Wave“ noch im Kopf, machten wir uns auf den Weg zum Visitor Center, um an der Lotterie zum Eintritt in den Nationalpark teilzunehmen. So weit der Plan. Die Lotterie findet jeden Morgen um 9:00 Uhr statt, also standen wir um 7:00 Uhr auf und fuhren los. Kurz bevor wir uns dem Visitor Center näherten, sahen wir ein Schild „Welcome to Utah“ und wir ahnten nichts Gutes. Zwischen Utah und Arizona, wo wir campten, lag eine Stunde Zeitunterschied. So kam es also, dass wir pünktlich um 10:00 Uhr bei der Lotteriestelle ankamen und die Besucherlaubnisse schon ohne uns ausgelost waren. Also fuhren wir verdrusst zum Campingplatz zurück und nutzen den Tag, um am Lake Powell zu relaxen.

Den ruhigen Tag am Campingplatz schlossen wir mit einer Flasche Rose beim Lagerfeuer ab. Während wir das Feuer anfachten, fiel uns im Hintergrund unserer Motorräder ein komplett geschlossener doppelter Regenbogen auf. Diese Szenerie gipfelte in einem genialen Sonnenuntergang am See, der daraufhin in ein stürmisches Gewitter mit Blitzen umschlug. Zum Glück war das Gewitter weit entfernt und zog an uns vorbei.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Sturm und Regen – Das Zelt hält

Von Moab aus wollten wir die anliegenden Nationalparks Arches und Canyonlands besichtigen. Doch bevor wir dort ankamen, brauten sich mehrere lokale Gewitter zusammen. Es blitzte und donnerte nur so um uns herum, während wir bei Hitze und strahlendem Sonnenschein auf unseren Bikes den Nationalparks entgegen fuhren. Es sah so aus, als wenn das Glück auf unserer Seite wäre und die Straße um die Gewitter herum führte. Leider war dem nicht so. Auf den letzten Kilometern erwischte es uns. Der Regen durchnässte uns bis auf die Knochen und der aufkommende Sturm zog uns fast die Motorräder unterm Hintern weg. Nach kurzer Zeit war das Schauspiel allerdings schnell vorbei und dank der Hitze trockneten auch die Klamotten wieder schnell.

Am Abend fuhren wir noch in den Arches Nationalpark und machten unseren ersten Stop am Park Avenue Viewpoint. Dort wurden wir sofort von einer Gruppe asiatischer Touristen umringt, für die wir anscheinend eine größere Attraktion waren als der Viewpoint. Der Spruch des Tages kam dann allerdings vom Busfahrer der Touristengruppe als er sagte: „Girls can also drive motorbikes?“. Um den Touristen zu entfliehen und da das Wetter für gute Fotos auch nicht optimal war, beschlossen wir, die Besichtigung am nächsten Tag fortzusetzen. Stattdessen fuhren wir in die Stadt und schlossen den Tag mit einer super-leckeren Pizza ‚Italian Style‘ und Tiramisu ab.

Die Nächte in diesen Breitengraden sind sehr warm. Daher können wir zum Glück auf unsere mittlerweile etwas „riechenden“ Schlafsäcke verzichten. Das Zelt wird jedoch noch stark in Anspruch genommen. Nachts kam wieder Sturm und Gewitter auf. Die Sturmböen waren so stark, dass wir nicht sicher waren, ob die Zelte halten. Die Angst war jedoch unbegründet. Die Zelte blieben dicht und hatten keinen Schaden genommen.

Neuer Tag, neues Glück: Wir führten unseren Besuch des Arches Nationalparks fort und auch das Wetter spielte dieses Mal mit. Die Hauptattraktion des Arches NP sind die von der Natur geformten, massiven Felsbögen. Diesen Anblick fanden auch wir sehr beeindruckend und können einen Besuch nur empfehlen. Der Canyonlands Nationalpark befindet sich nur einige Kilometer entfernt vom Arches NP. Daher fuhren wir nachmittags auch dorthin und schauten uns die riesigen Schluchten des Parks an.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Fotosafari im Yellowstone Nationalpark

Am Sonntag nachmittag kamen wir im Yellowstone Nationalpark an. Am Eingang stellte sich heraus, dass es nur noch einen nicht komplett belegten Campingplatz im Nationalpark gab. Da wir die lange Anfahrt, die eine Übernachtung außerhalb des Parks mit sich bringen würde, scheuten, machten wir uns auf den Weg zu diesem Campingplatz. Dort stellten wir fest, dass auch hier weder Dusche noch WC vorhanden waren. Außerdem gab es strenge Regeln, um wilde Tiere außerhalb des Campingplatzes zu halten. Unter anderem gab es keine Möglichkeit, das Geschirr zu spülen und sich zu waschen, da die Tiere durch Seifen- und Essensreste angezogen werden könnten. Aber was soll’s: Wer einen Tag ohne Dusche übersteht, hält das auch länger aus. 😉

Also machten wir uns ans Werk und bauten unsere Zelte auf. Nachdem wir bereits unsere Sachen in die Zelte gepackt hatten, stellten wir bei der Registrierung fest, dass unser Platz leider schon vergeben war. Wir bissen also in den sauren Apfel und zogen mit unseren Zelten auf einen anderen Stellplatz um.

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Erkundung des Yellowstone Nationalparks und fuhren zu dem bekannten „Old Faithful“ Geysir. Die Eruptionen finden alle 30 bis 120 Minuten statt und schiessen Wasser bis zu 55m in die Höhe. Während wir auf den Ausbruch warteten, zog langsam ein Gewitter auf und es begann zu blitzen und zu donnern. Ungeschickterweise hatten wir unsere Motorradausrüstung bei den Motorrädern gelassen und hofften, dass das Wetter sich hält, bis wir wieder bei den Motorrädern zurück sind. Zwei, drei Minuten nach Ausbruch des Geysirs ging es dann los: Es regnete in Strömen und wir schaften es noch gerade so zu den Moppeds. Leider regnete es sich so richtig ein und wir entschlossen uns bei einer auch in Deutschland bekannten Burgerkette auf besseres Wetter zu warten. Zum späten Nachmittag hin kam die Sonne wieder durch und wir konnten noch kleine Teile des Nationalparks erkunden.

An den darauffolgenden Tagen meinte es der Wettergott gut mit uns und wir fuhren kreuz und quer durch den Nationalpark. Die Landschaft im Yellowstone Nationalpark wirkt sehr surreal. Die vor sich hin köchelnden Seen schimmern in allen erdenklichen Farben, Geysire speien Wasserdampf in die Luft, überall fließen Bäche und Flüsse mit dampfenden Schwefelwasser entlang und die Landschaft bildet die skurilsten Formen. Eher unangenehm ist der ständig anwesende Geruch nach faulen Eiern, der von dem Schwefelwasserstoff aus dem Erdinneren erzeugt wird. Diese vielfältigen Naturschauspiele bieten einzigartige Fotomotive. Allerdings ist die Wahl der Fotoausrüstung anscheinend Geschmacksache. Zu unserem Erstaunen benutzen sehr viele Amerikaner ihr iPad als Fotoapparat was wir weder aus Gründen der Handlichkeit noch der Qualität nachvollziehen können.

Der Tourismus im Park ist zu dieser Zeit sehr extrem ausgeprägt. Die Wohnmobile und Jeeps verstopfen die Straßen und man kommt nur sehr langsam voran. Bei jedem Eichhörnchen wird zum Fotografieren angehalten und es bilden sich lange Staus. Allerdings gehört so etwas wohl zu so einem bekannten Park dazu und wir übten uns entsprechend in Geduld.

Insgesamt blieben wir vier Nächte auf dem Campingplatz im Park. Mit jedem Tag wuchs das Bedürfnis nach einer Dusche. Schließlich hielten wir es nicht mehr aus und missbrauchten die öffentlichen Toiletten am Visitorcenter zum Waschen ( inklusive Haare ). Eines steht nun fest: Nie wieder campen ohne Dusche!

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road

Going to the Sun Road

Nachdem wir nun einige Tage in Calgary verweilten, bekamen wir langsam Hummeln im Hintern und mussten daher wieder auf’s Motorrad. Unser nächstes großes Ziel war der Yellowstone Nationalpark in den USA. Also fuhren wir aus Calgary los Richtung Süden.

Das Wetter spielte mal wieder nicht ganz mit. Kaum saßen wir auf den Motorrädern, fing es an zu regnen und es hörte so schnell auch nicht wieder auf. Erst als wir uns dem Grenzübergang in die USA näherten, lichteten sich die Wolken etwas. Wie gewohnt verlief die Einreise in die USA problemlos.

Nicht nur das Wetter besserte sich hinter der Grenze schlagartig, sondern auch die Spritpreise. 😉 In den USA kostet der Liter Benzin stellenweise immer noch nur 0,75 €. Daher entschlossen wir uns, die gesparten Spritkosten in Bisonburger und Apple Pie mit Vanilleeis umzusetzen. ( Jetzt wisst ihr auch wo wir unser ganzes Geld lassen. 😉 )

Wie so häufig wurden wir auch dieses Mal im Restaurant angesprochen. Nach dem Beantworten der üblichen Fragen ( Woher? Wohin? Wie lange? ) gab uns ein Gast den Tipp, die „Going to the Sun Road“ im Glacier Nationalpark zu fahren. Spontan entschlossen wir uns, von unserem ursprünglichen Plan abzuweichen und diesem Tipp zu folgen. Glücklicherweise hatten wir uns im Denali Nationalpark einen Jahrespass für alle Nationalparks in den USA gekauft und konnten so ohne weiteren Eintritt in den Glacier Nationalpark fahren.

Trotz des weiterhin eher wechselhaften Wetters hat sich die Fahrt durch den Glacier Nationalpark wirklich gelohnt. Die „Going to the Sun Road“ schlengelt sich an Felswänden entlang über den Logan Paß begleitet von Wasserfällen, Schluchten, Bergen und Seen. Der Glacier Nationalpark eignet sich sicher wunderbar zum Wandern und Bergsteigen. Inzwischen sind wir aber etwas gesättigt von Bergen, Seen und Wäldern und bevorzugten es daher unsere Reise Richtung Süden fortzusetzen.

Als es langsam anfing zu dämmern, suchten wir nach einer passenden Übernachtungsmöglichkeit und waren daher glücklich, den Campingplatz am Swan Lake zu finden. Leider stellte sich heraus, dass der Campingplatz schon voll belegt war. Der Campinghost war jedoch sehr nett und erlaubte uns zwischen den Wohnwagen zu campen. Dass es auf diesem Campingplatz weder Dusche noch WC gab, war uns zu diesem Zeitpunkt dann auch egal.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road