935 km und kein Ende in Sicht

Nachdem viele sich ueber das etwas abrupte Ende unseres Blogs beschwert haben, haben wir beschlossen, euch die Ereignisse der fehlenden Tage, soweit wir uns erinnern koennen, nachzureichen.

Wir rutschten also gut mit den anderen Motorradfahrern ins neue Jahr und beschlossen noch einen weiteren Tag in Ushuaia auf dem Campingplatz zu bleiben. Am 3. Januar machten wir uns dann schliesslich auf den langen Rueckweg. Bei kaltem, regnerischen Wetter fuhren wir ueber Rio Grande zurueck an die Grenze nach Chile und versuchten dort nochmal unsere Motorraeder aufzutanken. Leider war jedoch das Benzin ausverkauft. Da wir wussten, dass erst kurz vor Rio Gallegos wieder eine Tankstelle kommt, fuhren wir mit mulmigen Gefuehl weiter. Zum Glueck hatten wir noch einen gefuellten Tankkanister dabei. 50 km vor Rio Gallegos ging dann auch tatsaechlich die Reserveranzeige an Carmen’s Motorrad an (Michas Motorrad besass zu diesem Zeitpunkt bereits keine Reserveanzeige mehr) und so fuellten wir sicherheitshalber den Reservesprit in den Tank. Da Michas Reservekanister bei einem der Unfaelle geplatzt war, musste er Benzin bei Carmen schnorren. Gluecklicherweise reichte der Sprit noch bis Rio Gallegos und so checkten wir dort, nachdem wir sowohl Motorraeder als auch Reservekanister wieder aufgefuellt hatten, in einem Hostel ein. Da Carmen den stinkenden Benzinkanister weder auf dem unverschlossenen Parkplatz noch in ihrem Hotelzimmer unterbringen wollte, versteckte sie ihn „ganz unauffaellig“ zwischen den Blumen in der Hotellobby. Am naechsten Tag hatten wir den Kanister schon fast vergessen, jedoch war der Geruch auffaellig genug, so dass der Hotelangestellte uns daran erinnerte.

Weiter ging’s Richtung Norden: Beim Rausfahren aus der Stadt wurden wir wegen Michas kaputtem Bike von der Polizei angehalten. Wie schon einige Male zuvor nutzten wir unsere Standardausrede und behaupteten, der Unfall waere gerade erst passiert und wir waeren auf dem Weg zur Werkstatt. Dass es die naechsten 2.000 km keine BMW Werkstatt gab, machte den Polizisten erstaunlicherweise nicht skeptisch. Nach der Polizeikontrolle kam auch schon das naechste Problemchen: An der Tankstelle war mal wieder der Sprit ausgegangen. Dieses Mal hatten wir aber mehr Glueck. Nach einer halben Stunde Wartezeit kam bereits Nachschub.

Unser Ziel war es, an diesem Tag bis nach Pico Truncado zu fahren und dort zu uebernachten. Es stellte sich jedoch heraus, dass Pico Truncado eine ziemlich haessliche, von Muell ueberhaeufte Stadt ist. Daher entschlossen wir bis nach Las Heras weiterzufahren. In Las Heras gab es nur ein einziges Hotel, das komplett ueberteuert und zerratzt war. Wir beschlossen also erneut weiterzufahren und wild zu campen. Nach einigem Suchen fanden wir tatsaechlich ein nettes Plaetzchen. Geschickterweise stellte Micha genau jetzt fest, dass er weder Essen noch zu Trinken mit hatte und sein Magen bereits dabei war, sich vor Hunger zu zersetzen. 😉 Es blieb uns also nichts weiteres uebrig als ca. 150 km weiter bis nach Perito Moreno zu fahren. Dort kamen wir dann abends gegen 10 Uhr nach 935 km total erschoepft an und waren froh, noch ein Hotel mit freien Betten gefunden zu haben.

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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