Fotosafari im Yellowstone Nationalpark

Am Sonntag nachmittag kamen wir im Yellowstone Nationalpark an. Am Eingang stellte sich heraus, dass es nur noch einen nicht komplett belegten Campingplatz im Nationalpark gab. Da wir die lange Anfahrt, die eine Übernachtung außerhalb des Parks mit sich bringen würde, scheuten, machten wir uns auf den Weg zu diesem Campingplatz. Dort stellten wir fest, dass auch hier weder Dusche noch WC vorhanden waren. Außerdem gab es strenge Regeln, um wilde Tiere außerhalb des Campingplatzes zu halten. Unter anderem gab es keine Möglichkeit, das Geschirr zu spülen und sich zu waschen, da die Tiere durch Seifen- und Essensreste angezogen werden könnten. Aber was soll’s: Wer einen Tag ohne Dusche übersteht, hält das auch länger aus. 😉

Also machten wir uns ans Werk und bauten unsere Zelte auf. Nachdem wir bereits unsere Sachen in die Zelte gepackt hatten, stellten wir bei der Registrierung fest, dass unser Platz leider schon vergeben war. Wir bissen also in den sauren Apfel und zogen mit unseren Zelten auf einen anderen Stellplatz um.

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Erkundung des Yellowstone Nationalparks und fuhren zu dem bekannten „Old Faithful“ Geysir. Die Eruptionen finden alle 30 bis 120 Minuten statt und schiessen Wasser bis zu 55m in die Höhe. Während wir auf den Ausbruch warteten, zog langsam ein Gewitter auf und es begann zu blitzen und zu donnern. Ungeschickterweise hatten wir unsere Motorradausrüstung bei den Motorrädern gelassen und hofften, dass das Wetter sich hält, bis wir wieder bei den Motorrädern zurück sind. Zwei, drei Minuten nach Ausbruch des Geysirs ging es dann los: Es regnete in Strömen und wir schaften es noch gerade so zu den Moppeds. Leider regnete es sich so richtig ein und wir entschlossen uns bei einer auch in Deutschland bekannten Burgerkette auf besseres Wetter zu warten. Zum späten Nachmittag hin kam die Sonne wieder durch und wir konnten noch kleine Teile des Nationalparks erkunden.

An den darauffolgenden Tagen meinte es der Wettergott gut mit uns und wir fuhren kreuz und quer durch den Nationalpark. Die Landschaft im Yellowstone Nationalpark wirkt sehr surreal. Die vor sich hin köchelnden Seen schimmern in allen erdenklichen Farben, Geysire speien Wasserdampf in die Luft, überall fließen Bäche und Flüsse mit dampfenden Schwefelwasser entlang und die Landschaft bildet die skurilsten Formen. Eher unangenehm ist der ständig anwesende Geruch nach faulen Eiern, der von dem Schwefelwasserstoff aus dem Erdinneren erzeugt wird. Diese vielfältigen Naturschauspiele bieten einzigartige Fotomotive. Allerdings ist die Wahl der Fotoausrüstung anscheinend Geschmacksache. Zu unserem Erstaunen benutzen sehr viele Amerikaner ihr iPad als Fotoapparat was wir weder aus Gründen der Handlichkeit noch der Qualität nachvollziehen können.

Der Tourismus im Park ist zu dieser Zeit sehr extrem ausgeprägt. Die Wohnmobile und Jeeps verstopfen die Straßen und man kommt nur sehr langsam voran. Bei jedem Eichhörnchen wird zum Fotografieren angehalten und es bilden sich lange Staus. Allerdings gehört so etwas wohl zu so einem bekannten Park dazu und wir übten uns entsprechend in Geduld.

Insgesamt blieben wir vier Nächte auf dem Campingplatz im Park. Mit jedem Tag wuchs das Bedürfnis nach einer Dusche. Schließlich hielten wir es nicht mehr aus und missbrauchten die öffentlichen Toiletten am Visitorcenter zum Waschen ( inklusive Haare ). Eines steht nun fest: Nie wieder campen ohne Dusche!

Beitrag von: michasifi und carmen.on.the.road
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4 Antworten

  1. Das mit den überfüllten Nationalparks steht auch in unserem Reiseführer. Haben deswegen gestern schon (eigentlich muß ich sagen gestern erst) über http://www.recreation.gov unseren Stellplatz für den Yosimite National Park für 26.08. gebucht.
    Das Buchen hat super funktioniert, bereits jetzt war nur noch ein Camp Ground am Rande des Parks verfügbar.
    Aber ganz andere Frage mit dem Moped fährt man doch einfach an den sich stauenden Wohnmobilen vorbei, oder 😉
    Die Bilder sind echt beeindruckend.

    Juli 20, 2012 um 10:24 am

    • teamklapperscheese

      Das war sicherlich gut – im Yosimite NP wird die Situation nicht anders sein. Problem mit den Moppeds sind a) die Beladungen und b) wenn 2 RV Busse an einander vorbei fahren, dann hat auch kein Mopped mehr Platz. Die Amis fahren pro Familie wirklich mit grossen Bussen + ein Jeep im Schlepptau rum.

      Juli 20, 2012 um 3:48 pm

  2. Hab gesehen dass ihr momentan in SLC seid. Ich kann Euch dort die Kennecott Copper Mine empfehlen, eine der groessten Kupfermienen der Welt. Die fand ich sehr beeindruckend als ich letztes Jahr dort war. Man kann dort den Berg mit dem eigenen Fahrzeug hochfahren bis zum Visitor Center und dann von oben in die Miene schauen und die riesigen Schaufellader, Bagger, etc. beobachten.

    Weiterhin gute Fahrt!
    Ben

    PS: Wisst ihr schon ungefaehr wann ihr in der Bay Area sein werdet?

    Juli 22, 2012 um 12:01 am

    • carmen.on.the.road

      Hallo Ben, danke für den Tipp! Wir waren heute dort – wirklich sehr beeindruckend! In der Bay Area werden wir wahrscheinlich etwa Anfang September sein.
      Vg, Carmen

      Juli 22, 2012 um 9:40 pm

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